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Aktuell Asien

Wieder Tote bei Feuer in Textilfabrik

Erneut sind bei einem Brand in einer Bekleidungsfabrik in Bangladesch Arbeiterinnen ums Leben gekommen. Es gab viele Verletzte. Die Ursache für das Feuer ist noch ungeklärt.

Zwei Monate nach dem verheerenden Feuer in einer Textilfabrik in Bangladesch mit 112 Todesopfern sind bei einem Brand in einer anderen Fabrik mindestens sechs Arbeiterinnen ums Leben gekommen. Der Brand sei in Mohammadpur, einem Vorort von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka, während der Mittagspause in der Fabrik ausgebrochen, teilten Polizei und Feuerwehr mit. Die Textil-Arbeiterinnen seien erstickt oder bei der durch das Feuer ausgelösten Panik umgekommen.

Unterstützt von freiwilligen Helfern bekämpft ein Feuerwehrmann den Brand (Foto:A.M. Ahad/AP/dapd)

Unterstützt von freiwilligen Helfern bekämpft ein Feuerwehrmann den Brand

15 weitere Menschen seien mit zum Teil lebensgefährlichen Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert worden. Ursache des Feuers könnte ein Kurzschluss sein, mutmaßte die Feuerwehr.

Monatslohn von 27 Euro

Die Einsatzkräfte hätten den Brand nach etwa zwei Stunden unter Kontrolle gebracht. Laut Feuerwehr hätte die Opferzahl deutlich höher ausfallen können, wenn nicht zum Zeitpunkt des Unglücks viele Arbeiterinnen ihre Mittagspause auswärts verbracht hätten.

In der Fabrik arbeiteten den Angaben zufolge rund 300 Menschen, ihr Monatslohn liegt bei umgerechnet gerade einmal 27 Euro. Mit rund 4500 Textilfabriken ist Bangladesch der zweitgrößte Bekleidungshersteller der Welt. Viele Werkstätten sind in heruntergekommenen Gebäuden mit mangelhaften Stromleitungen untergebracht. Immer wieder bricht Feuer aus, seit 2006 starben bei Bränden in Bangladeschs Textilfabriken etwa 700 Menschen.

Eine besonders verheerende Brandkatastrophe ereignete sich zuletzt Ende November des vergangenen Jahres in der Tazreen-Fabrik in Dhaka mit 112 Toten. In der Fabrik war Kleidung für westliche Firmen produziert worden, so zum Beispiel für die Bekleidungskette C&A, die US-Supermarktkette Walmart und eine Marke des US-Rappers Sean "Diddy" Combs.

Laut einer offiziellen Untersuchung war "Sabotage" die Ursache. Die Tragödie hatte international für Aufsehen gesorgt und heftige Proteste innerhalb der Bevölkerung Bangladeschs ausgelöst.

re/gmf (afp, dapd, dpa)