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Venezuela

Wieder Tote bei Demonstration in Venezuela

Zwei junge Menschen traf es bei neuerlichen Protesten der konservativen Opposition gegen den sozialistischen Staatschef Maduro. Auf die Straße gehen heute auch dessen Anhänger. Bobachter rechnen mit dem Schlimmsten.

Bei einer Massendemonstration gegen eine drohende Diktatur in Venezuela ist es in der Hauptstadt Caracas zu schweren Ausschreitungen gekommen. Ein 17 Jahre alter Demonstrant wurde von einem Schuss in den Kopf getroffen und kam in ein Krankenhaus. Dort erlag er später seinen schweren Verletzungen. Die Opposition machte Milizen der Sozialisten dafür verantwortlich. Die Polizei setzte Tränengas ein, um Demonstranten auseinanderzutreiben. In San Cristóbal im Westen des Landes wurde bei einer Demonstration eine 23-jährige Frau erschossen. Die Kugel habe sie tödlich am Kopf getroffen, verlautete aus Justizkreisen.

Forderung nach Neuwahlen und Amtsenthebung Maduros

Bei einer Gegendemonstration marschierten auch Zehntausende Anhänger des sozialistischen Staatschefs in Caracas. Nicolás Maduro, Nachfolger des 2013 verstorbenen Hugo Chávez, ist an diesem Mittwoch exakt vier Jahre im Amt.

Oppositionsanhänger warnen auf ihren Plakaten vor diktatorischen Verhältnissen in Venezuela (Foto: Reuters/C.Veron)

Oppositionsanhänger warnen auf ihren Plakaten vor diktatorischen Verhältnissen in Venezuela

Die Opposition fordert Neuwahlen und macht den Präsidenten für die schwere politische und ökonomische Krise des Landes mit den großen Ölreserven verantwortlich. Sie verlangt daher eine Volksabstimmung über Maduros Amtsenthebung. Außerdem fordert die Opposition ein Datum für die verschobenen Regionalwahlen. 

"Mutter aller Demonstrationen"

Viele Zufahrtsstraßen nach Caracas und Metro-Stationen waren geschlossen, um eine Anreise zu der Oppositions-Demonstration zu erschweren. Die Opposition nannte den Marsch an diesem Mittwoch die "Mutter aller Demonstrationen". Die Oppositionsanhänger gehen seit mehr als zwei Wochen gegen den Staatschef auf die Straße. Insgesamt starben seit Anfang April sechs Menschen bei Protesten. Wegen der zunehmenden Gewalt haben bereits tausende Venezolaner ihr Heimatland verlassen und flüchteten vor allem in das Nachbarland Brasilien.

sti/ww (afp, dpa)