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Kultur

Wieder Titanic

Experten waren überzeugt, dass das World Trade Center nicht einstürzen kann. Ein tödlicher Irrtum, wie sich am 11. September 2001 herausstellte. Physiker wissen, warum die Stahlriesen fielen.

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Einsturz des World Trade Centers am 11. September 2001

Das World Trade Center war bei seiner Eröffnung das höchste Haus der Welt. Innen teilten keine Pfeiler die weiten Räume. Denn Architekt Minoru Samasaki baute die stützenden Stahlträger in die Aussenwände und in die Mitte jedes Turms - anders als bei älteren Hochhäusern, wo Stahlträger über die gesamte Grundfläche verteilt sind.

Als die Terroristen die beiden Flugzeuge am Morgen des 11. September zuerst in den Nord- und dann in den Südturm steuerten, wurden in diese Stahlpfeiler riesige Löcher gerissen.

Expertenstreit

Trotzdem: Es war weder die Wucht des Aufpralls noch der Schaden an der Konstruktion, der die Türme in Gefahr brachte. Das schreiben die Experten der staatlichen Untersuchungskommission in ihrem ersten Bericht. Die Gebäude seien für Windgeschwindigkeiten konstruiert gewesen, die - umgerechnet - rund 30 mal mehr Masse als die Jets gehabt hätten.

Ruine des WTC

Ruine des World Trade Centers

Falsch sagt US-Physiker Frank Moscatelli. Die Türme hätten durchaus schon bei dem Aufprall der Flugzeuge einstürzen können. Die Ingenieure hätten nicht alle Kräfte, die auf das World Trade Center einwirkten berücksichtigt: zum Beispiel die Geschwindigkeit der Flugzeuge. Bei der Kollision hätten die Jets eine Geschwindigkeit von fast 900 Kilometern gehabt. Das setzte fast die gleiche Energie frei wie die maximale Windlast, die das World Trade Center aushalten konnte. Dazu komme noch der Drehmoment.

Weiche Stahlträger

Doch: Die Türme konnten zunächst die Wucht des Aufpralls abfangen. Die Stahlträger verformten sich, ähnlich wie eine Knautschzone beim Auto. Dass die Türme am Ende einstürzten, lag am Flugzeugbenzin. Normalerweise ist Feuer für die Stahlträger in in einem Hochhaus relativ ungefährlich. Sie können Flammen und der Hitze mehrere Stunden lang standhalten. Der Jet-Treibstoff Kerosin verbrennt jedoch mit weit höheren Temperaturen als Holz oder Papier. Weil die Stahlträger diesen Temperaturen mehr als eine Stunde ausgesetzt waren, wurden sie weich.

Die Folge: Die Last der oberen Stockwerke wurde zu groß, die Träger knickten ein. Die Stahlträger in den unteren Geschossen konnten dieser Belastung nicht standhalten: Sie waren darauf ausgelegt, ein gleichbleibendes Gewicht zu stützen. Die nach unten sackenden Turmspitzen lasteten zu schwer auf den Stahlträgern. Sie knickten Stockwerk für Stockwerk zusammen. Die Türme sanken in wenigen Sekunden unter ihrem eigenen Gewicht senkrecht in sich zusammen.

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