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EU-Außengrenze

Wieder stürmen hunderte Flüchtlinge die spanische Exklave Ceuta

Erst am Freitag gelang es rund 500 Migranten, die Sperranlagen der spanische Exklave an der Grenze zu Marokko zu überwinden. Nun schafften es wieder 300 Menschen.

Jubelnde Flüchtlinge nach der Überwindung der Grenzanlage von Ceuta (Foto: Reuters)

Jubelnde Flüchtlinge nach der Überwindung der Grenzzäune

Dies teilten die spanischen Behörden mit. Ceuta liegt an der Meerenge von Gibraltar. Auf Fernsehbildern örtlicher Medien waren zahlreiche Migranten zu sehen, die sich über ihre Ankunft in Ceuta freuten und "Ich bin in Europa" riefen. Vor allem Einwanderer aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara versuchen immer wieder, über die spanischen Exklaven Ceuta und - das 250 Kilometer weiter östlich gelegene - Melilla an der Mittelmeerküste EU-Boden zu erreichen. Die beiden Exklaven haben die einzigen EU-Außengrenzen auf dem afrikanischen Kontinent. Erst am Freitag hatten rund 1000 Flüchtlinge versucht, die mit messerscharfem NATO-Draht bewehrte Absperrung in Ceuta zu überwinden. 500 von ihnen schafften es dem Roten Kreuz zufolge, Spanien zu erreichen.

Zwei Zäune - acht Kilometer lang, sechs Meter hoch

Die Grenzanlage besteht aus zwei acht Kilometer langen und sechs Meter hohen Zäunen. Dazwischen erschwert ein Netz aus Stahlkabeln das Vorankommen. Zahllose Infrarotkameras überwachen die Anlage. Beim Versuch, das Bollwerk zu überwinden, riskieren Flüchtlinge immer wieder ihr Leben und ziehen sich Verletzungen zu.

Seit Monaten gibt es immer wieder Massenanstürme, bei denen oft auch Sicherheitskräfte verletzt werden, die versuchen, die Menschen abzuwehren. In der Nähe von Ceuta und Melilla harren Zehntausende notleidende Afrikaner sowie mittlerweile auch Syrer aus. Menschenrechtsorganisationen fordern regelmäßig von den UN und der EU, Druck auf Madrid auszuüben, damit Flüchtlinge einen Asylantrag stellen können. Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) rund 18.000 Migranten in Spanien an.

sti/stu (afp, dpa)