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Das Land kommt nicht zur Ruhe

Wieder Soldatenmeuterei in der Elfenbeinküste

In der Elfenbeinküste spielt das Militär seit jeher eine große Rolle. Bei der Bezahlung der Soldaten aber gibt es häufig Probleme. Deshalb protestieren Soldaten schon wieder.

In der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste haben erneut meuternde Soldaten Angst und Schrecken verbreitet. Zwischenfälle wurden von Reportern der Nachrichtenagentur AFP und von Einwohnern sowohl aus der Hauptstadt Yamoussoukro als auch aus Bouaké gemeldet, wo es bereits in den vergangenen Wochen zu Protesten gekommen war.

Zivilbevölkerung in Angst

"Sie fahren mit Armeelastern durch die Stadt und reißen sich Autos unter den Nagel", zitierte AFP einen Einwohner von Yamoussoukro. "Wir sind in Deckung gegangen, es wird viel geschossen", berichtete ein anderer Bürger. Aus Militärkreisen hieß es, ein Mitglied der Nationalgarde habe in Yamoussoukro einen Meuterer erschossen.

In Bouaké beobachtete ein AFP-Reporter, wie Soldaten Schüsse in die Luft abfeuerten. Einwohner brachten sich in Sicherheit. Die Meuterer zeigten sich aufgebracht darüber, dass Mitglieder aus anderen Armee-Einheiten nach einer in der vergangenen Woche getroffenen Vereinbarung Sonderzahlungen erhielten. 

Sonderzahlung zugestanden

Vor einer Woche hatten unzufriedene Soldaten in mehreren Städten der Elfenbeinküste Straßensperren errichtet und teilweise die Kontrolle an sich gerissen. Die Soldaten hatten besseren Arbeitsbedingungen und mehr Sold verlangt. Die Meuterei endete, als die Regierung von Präsident Alassane Ouattara ihre Kernforderungen akzeptierte. Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass die Aufständischen einen Bonus von umgerechnet 18.000 Euro ausgezahlt bekommen. Dies entspricht rund 120 ortsüblichen Monatslöhnen. Woher das Geld kommen soll, ist unklar.

Die Elfenbeinküste war zwischen 2002 und 2011 wegen eines wirtschaftlich und ethnisch bedingten Machtkampfs in zwei Teile gespalten. Bouaké war das Zentrum der Rebellion im Norden. Kämpfer der Aufständischen waren nach dem Ende des Bürgerkriegs in die Armee integriert worden. Bereits im November 2014 hatten massive Proteste der ehemaligen Rebellen wegen ausstehender Zahlungen das westafrikanische Land lahmgelegt.

wl/hk (afp, dpa)