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Afrika

Wieder Schiff vor Somalias Küste gekapert

Diesmal haben Piraten ein dänisches Schiff mit 20 US-Amerikanern an Bord entführt. Schon zuvor hatten sie einen deutschen Frachter, ein britisches und ein taiwanesisches Schiff in ihre Gewalt gebracht.

Flagge 'Leonhardt und Blumberg' (Foto: AP)

Somalische Piraten haben wieder ein Schiff gekapert

Die für eine US-Filiale der dänischen Reederei Maersk fahrende "Maersk Alabama" sei am Mittwochmorgen rund 500 Kilometer vor der somalischen Küste angegriffen worden, sagte ein Sprecher der in Bahrein stationierten fünften US-Flotte. Es handele sich um ein Handelsschiff. Auch die dänische Reederei bestätigte, dass das Containerschiff "angegriffen und offenbar gepkapert" worden sei. Das für das US-Tochterunternehmen "Maersk Line" fahrende Schiff sei auf dem Weg in die kenianische Hafenstadt Mombasa gewesen.

Kleinkind in Piratenhand

Marine-Soldat vor Somalia (Foto: dpa)

Auch die Bundesmarine überwacht die Küste vor Somalia

Bereits anm Montag war eine französische Yacht entführt worden. Mit an Bord: ein dreijähriges Kind. Das französische Segelboot war unterwegs in Richtung Sansibar. Neben den Eltern des Kindes soll ein weiteres französisches Paar mit an Bord sein. Die Segler wollten sich mit einer monatelangen Segeltour einen Traum erfüllen. Warnungen vor den somalischen Piraten hatten sie nicht ernst genommen. In einem Internet-Blog berichteten sie regelmäßig über ihre Reise. Dort haben sie auch über den Schutz durch französische Militärs geschrieben: "Sie begleiten uns den ganzen Tag. Der Hubschrauber kommt am nächsten Morgen wieder, um zu sehen, ob alles gut läuft. Dieser französische Kontakt fern von zu Haus mitten im Meer ist doch sehr sympathisch!" Die Segler schienen die Gefahr, entführt zu werden, in Kauf genommen zu haben. "Wir fahren in Richtung Al Mukalla und sind mitten in der Gefahrenzone... Es gibt aber nichts zu melden", heißt es in einem weiteren Blog-Eintrag.

Bei dem Taiwanesischen Schiff handelt es sich um ein Tiefsee-Fischerboot. Das Schiff wurde am Montag (6.4.2009) entführt. An Bord sind 30 Mann Besatzung. Bisher gibt es keine weiteren Nachrichten über das Schiff. Am selben Tag wurde der britische Frachter "Malaspina Castle" von somalischen Piraten gekapert. An Bord seien 16 Bulgarier gewesen, hieß es von bulgarischer Seite. Außerdem wurde am Wochenende ein jemenitischer Schlepper entführt.

Krisenstab für deutschen Frachter

Bei dem deutschen Frachter handelt es sich nach Mitteilung des Ostafrikanischen Seefahrer-Hilfsprogrammes in Kenia um ein 20.000-Tonnen Containerschiff. Fünf der 24 Besatzungsmitlieder kommen aus Deutschland. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein. Das Schiff sei rund 400 Seemeilen vom somalischen Hafen Kismayu entfernt zwischen den Seychellen und dem afrikanischen Festland geentert worden, hieß es.

Somalische Piraten vor Gericht in Kenia

Von der deutschen Marine festgenommene Piraten werden in Kenia vor Gericht gestellt

Nach der starken Zunahme von Piratenüberfällen hat die EU Kriegsschiffe in die Region entsandt, um die wichtigste Handelsroute zwischen Europa, Arabien und Asien zu überwachen. Doch trotz des westlichen Flottenaufmarsches kommt es im Golf von Aden immer wieder zu Piratenüberfällen.

Der Kampf gegen Piraten soll auch Teil der neuen NATO-Strategie werden. Dies bestätigte ein Sprecher der Allianz am Rande des NATO-Gipfels, der am Wochenende in Baden-Baden und Straßburg stattfand.

Strittige Rechtsfragen

Klar ist unterdessen das Schicksal der sieben Seeräuber, die am vergangenen Sonntag im Golf von Aden den deutschen Marine-Tanker "Spessart" angegriffen hatten und dabei gestellt wurden. Sie wurden auf der Fregatte "Rheinland-Pfalz" festgesetzt und müssen sich vor einem kenianischen Gericht verantworten

Anfang März waren bereits neun Piraten nach einem ebenfalls gescheiterten Angriff auf ein deutsches Handelsschiff den Behörden Kenias übergeben worden. Rechtsgrundlage ist ein Abkommen zwischen der Europäischen Union und dem ostafrikanischen Land. (chr/db/wga/wa/je/rtr/dpa/ap/afp)

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