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Nahost

Wieder Raketenangriffe auf Israel

Die Gewalt in Nahost eskaliert. Militante Palästinenser aus dem Gaza-Streifen beschießen den Süden Israels mit Raketen. Israelische Sicherheitskräfte gehen gegen die islamistische Hamas vor - auch im Westjordanland.

Zerstörtes Auto (Foto: dapd)

Schäden durch Raketenbeschuss am Samstag

Wieder sind Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. Laut Armee sind 17 Geschosse am frühen Sonntagmorgen (21.08.2011) im Süden des Landes eingeschlagen. Einige gingen in der Nähe der Stadt Aschkalon nieder. Opfer oder Schäden habe es keine gegeben. Damit haben militante Palästinenser seit Donnerstag mehr als 100 Raketen und Granaten auf Israel geschossen. Erst am Samstag war dabei ein Israeli getötet worden.

Hamas im Visier

Zerstörtes Motorrad (Foto: dapd)

Gaza: Spuren des israelischen Luftangriffs

Damit eskaliert die Gewalt im Nahen Osten weiter. Begonnen hatte alles, als am Donnerstag palästinensische Extremisten israelische Zivilisten in der Nähe des Badeorts Eilat am Roten Meer angriffen und acht von ihnen töteten. Israel machte die radikal-islamische Hamas für den Terror verantwortlich, die israelische Armee flog Luftangriffe auf den von der Hamas beherrschten Gazastreifen. Nach palästinensischen Angaben wurden dadurch mindestens 15 Menschen getötet.

Auch im Westjordanland ging die israelische Armee gegen die Hamas vor. In der Nacht zum Sonntag wurden zahlreiche Mitglieder bei einer Razzia festgenommen. Ein Vertreter der palästinensischen Sicherheitskräfte sagte, 120 Menschen seien verhaftet worden, darunter auch der Hamas-Abgeordnete Mohammed Motlak Abu Dsch'heischa.

Kairo erzürnt

Demonstration (Foto: dpa)

In Kairo wurde eine israelische Fahne verbrannt

In Ägypten gingen die Proteste gegen Israel unterdessen weiter. Ein Demonstrant kletterte am Sonntagmorgen an dem Hochhaus empor, in dem die israelische Botschaft untergebracht ist, und holte die israelische Fahne herunter. Vor der Botschaft demonstrierten Ägypter wegen des Todes von fünf ägyptischen Grenzschützern. Ägypten wirft Israel vor, diese bei der Verfolgung der Terroristen vom Donnerstag erschossen zu haben.

Die Regierung in Kairo beschuldigte Israel, damit den Friedensvertrag von 1979 verletzt zu haben. Der ägyptische Botschafter in Israel wurde nach Hause beordert. In einer Erklärung des ägyptischen Kabinetts, die die staatliche Nachrichtenagentur MENA am Sonntag verbreitete, hieß es, Ägypten sei weiter am Frieden mit Israel interessiert. Das Angebot der israelischen Regierung, den Tod der ägyptischen Grenzschützer gemeinsam zu untersuchen, reiche aber nicht aus.

Sozialprotest fällt aus

Netanyahu mit Patient (Foto: dapd)

Israels Premier Netanyahu besucht einen Überlebenden der Anschläge

Die Eskalation der Gewalt trifft Israel zu einer Zeit, in der Massenproteste für mehr soziale Gerechtigkeit das Land aufrütteln. Die Organisatoren der Proteste in Tel Aviv sagten jedoch die ursprünglich für Samstag geplanten Demonstrationen ab und riefen zu einem Schweigemarsch für die Opfer der Gewalt auf. Mehrere tausend Menschen nahmen daran teil. Auf Plakaten war unter anderem zu lesen: "Solidarität mit dem Süden und mit Gaza", "Ich will Arbeit und nicht noch einen Krieg" und "Juden und Araber weigern sich, Feinde zu sein".

Autor: Dirk Eckert (afp, dapd, dpa)

Redaktion: Hartmut Lüning

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