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Aktuell Welt

Wieder palästinensische Raketenangriffe auf Israel

Militante Palästinenser haben trotz israelischer Warnungen wieder Raketen auf Israel abgefeuert. Zuvor hatte Israel seine Truppen an der Grenze zum Gazastreifen verstärkt.

Nach Angaben der israelischen Armee wurden insgesamt vier Geschosse auf den Süden des Landes abgefeuert. Eines wurde demnach vom Raketenabwehrsystem "Eisenkuppel" zerstört,zwei weitere seien auf freiem Feld gelandet.

Die Bewohner in den israelischen Ortschaften nahe des Gazastreifens wurden aufgefordert, in der Nähe von Schutzräumen zu bleiben.

Netanjahu droht

Israel hatte wegen der anhaltenden Raketenangriffe vom Gazastreifen aus am Donnerstag seine Truppen an der Grenze zu dem Palästinensergebiet verstärkt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte, die Streitkräfte würden handeln, sollte der Süden des Landes weiter beschossen werden. Nach Militärangaben waren am Donnerstag mehr als 40 Raketen aus dem Gazastreifen in Israel eingeschlagen. In der Grenzstadt Sderot seien zwei Häuser getroffen worden, Berichte über Opfer lägen aber nicht vor.

Schuldzuweisungen auf beiden Seiten

"Unser Vorgehen hat immer zum Ziel, die Lage zu deeskalieren", sagte ein Armeesprecher. Andererseits müsse man aber vorbereitet sein, falls die andere Seite die Situation nicht entschärfe. Israel habe kein Interesse, den Konflikt auszuweiten, betonte er.

Bewohner des Gazastreifens erklärten dagegen, die israelische Luftwaffe habe bei Angriffen auf Einrichtungen der radikal-islamischen Hamas 15 Menschen verletzt. Ein Sprecher der Gruppe warf Israel vor, den seit 2012 geltenden Waffenstillstand gebrochen zu haben.

Ein Sprecher der Iss el-Din al-Kassam-Brigade, einer bewaffneten Hamas-Gruppe, warnte, seine Organisation werde auf das Geschehen reagieren. Israel und die Hamas hatten vor zwei Jahren einen achttägigen Krieg geführt.

Proteste Ost-Jerusalem, Foto: Reuters

Nach der Ermordung eines 16-jährigen Palästinensers war es in Ost-Jerusalem zu Krawallen gekommen

Israel hatte die Islamisten für die Entführung und Ermordung von drei jüdischen Religionsschülern verantwortlich gemacht und Vergeltung angekündigt. Am Mittwoch war dann die Leiche eines 16-jährigen Palästinensers nahe Jerusalem gefunden worden. Es wird spekuliert, dass es sich um einen Racheakt handeln könnte.

Drohen neue Zusammenstöße an diesem Freitag?

Die Leiche des Jungen soll nach Angaben seiner Familie und der Polizei an diesem Freitag vor Sonnenaufgang zur Beisetzung freigegeben werden. Die Beerdigung könnte Anlass für neue Protestaktionen der Palästinenser sein. In den vergangenen Tagen kam es in Jerusalem zu gewalttätigen Protesten.

Vor dem Hintergrund der massiv gestiegenen Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern rief der Internationale Währungsfonds (IWF) Israel auf, die Blockade des Gazastreifens zu lockern. Die Wirtschaftslage in dem abgeschotteten Küstengebiet werde aufgrund der "zunehmenden politischen Unsicherheit" in der Region immer schlechter, warnte der IWF-Direktor im Gazastreifen und Westjordanland, Christoph Duenwald. So sei fast jeder zweite Heranwachsende in den Palästinensergebieten arbeitslos.

haz/jj (rtr, dpa)

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