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Aktuell Asien

Wieder Menschen in Bangladesch durch "zu Tode hacken" ermordet

Die Opfer sind ein christlicher Händler und die Frau eines Polizisten. Ihr Mann war erfolgreich gegen Islamisten vorgegangen. Hinter beiden Taten vermuten Ermittler eine Islamistengruppe. Die Regierung sieht das anders.

In Bangladesch hält eine Frau den Sohn und die Tochter der ermordeten Polizisten-Ehefrau im Arm (Foto: dpa)

Unendliche Trauer: Eine Verwandte tröstet den Sohn und die Tochter der Ermordeten

In Bangladesch reißt die Mordserie gegen religiöse Minderheiten und gemäßigte Muslime nicht ab. Mutmaßlich Islamisten töteten im Nordwesten des Landes nach Berichten örtlicher Medien einen 65-jährigen christlichen Lebensmittelhändler. Nach Polizeiangaben wurde der 65-Jährige nahe einer Kirche im Dorf Bonpara des Bezirks Natore "zu Tode gehackt". Das Motiv für das Verbrechen war zunächst unklar.

Bangladesch beklagt mehr als 40 Morde in drei Jahren

Nur wenige Stunden zuvor stachen ebenfalls unbekannte Täter auf die Frau eines ranghohen Mitglieds der Anti-Terror-Polizei in der südöstlichen Stadt Chittagong ein und töteten sie dann durch mehrere Kopfschüsse. Die 33-Jährige war nach Polizeiangaben mit ihrem Sohn auf dem Weg zur Schulbus-Haltestelle, als sie von den Tätern auf einem Motorrad angegriffen wurde. In diesem Fall vermutete die Polizei die verbotene Islamistengruppe Jamayetul Mujahideen Bangladesh (JMB) hinter der Tat. Der Ehemann der Ermordeten war in den vergangenen Monaten erfolgreich gegen JMB-Extremisten vorgegangen und hatte mehrere von ihnen festnehmen lassen. Zunächst bekannte sich niemand zu den beiden Angriffen.

In den vergangenen drei Jahren starben nach Angaben der Polizei in Bangladesch durch Mordanschläge islamistischer Extremisten mehr als 40 liberal-muslimische Blogger und Menschenrechtsaktivisten sowie Angehörige religiöser Minderheiten.

Der verhüllte Leichnam einer ermordeten Frau in Bangladesch wird in ein Auto getragen (Foto: dpa)

Auf offener Straße hatten die Mörder die 33-Jährige im Beisein ihres Sohnes getötet

Am 30. April dieses Jahres hackten Muslime etwa einen hinduistischen Schneider mit Macheten zu Tode. Im vergangenen Jahr überlebte ein aus Italien stammender katholischer Priester und Arzt nur knapp einen Mordanschlag.

Regierung in Dhaka spricht von "politischen Rivalitäten"

Für die Morde und Anschläge wie das Bombenattentat auf eine Moschee der islamischen Ahmadiyya-Sekte übernahmen islamistische Gruppen die Verantwortung, die sich als Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und der islamischen Extremistengruppe Al-Kaida bezeichnen. Die Regierung in Dhaka bestreitet die Täterschaft der beiden Organisationen. Sie macht dagegen politische Rivalitäten für die Verbrechen verantwortlich.

cw/fab (dpa, kna, rtre)