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Aktuell Afrika

Wieder mehr neue Ebola-Fälle in Sierra Leone

In Westafrika infizieren sich wieder mehr Menschen mit dem Ebola-Virus. Experten sind alarmiert, weil die Bevölkerung in den betroffenen Ländern offenbar die Angst vor der Seuche verliert und leichtsinnig wird.

Nach monatelang rückläufigen Infektionszahlen nehmen die Ebola-Ansteckungen in Sierra Leone wieder zu. In den zurückliegenden Tagen seien täglich bis zu 16 neue Fälle registriert worden, sagte Palo Conteh, Leiter des Ebola-Reaktionszentrums der Regierung in der Hauptstadt Freetown. Noch in der vergangenen Woche seien es nur zwei Neuansteckungen pro Tag gewesen.

Wiegen in falscher Sicherheit?

Conteh führte das Wiederhochschnellen der Ebola-Fälle auf "unsichere" Beerdigungen zurück. Die Seuche wird nur durch direkten Kontakt mit Erkrankten oder kürzlich an Ebola gestorbenen Menschen übertragen.

Ebola-Tote dürfen deswegen nicht von den Familien oder einfachen Bestattungsunternehmen beerdigt werden, sondern nur von Experten des Roten Kreuzes in Schutzanzügen.

Seitdem die Seuche zurückgehe, sei auch die Wachsamkeit der Menschen gesunken, sagte Conteh. "Die Zahlen steigen, weil die Menschen das Gesetz ignorieren." Im ganzen Land öffneten Beerdigungsinstitute wieder. Conteh warnte alle Ärzte und Behördenvertreter, davor die Augen zu verschließen.

Insgesamt weniger Neuinfektionen

Insgesamt gab es in den drei am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone in der vergangenen Woche knapp 100 neue Ebola-Fälle - in der Vorwoche waren es noch 128 gewesen.

Seit dem Ausbruch der Epidemie im Dezember 2013 in Guinea bis zum Sonntag starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation 9589 Menschen an Ebola. Die meisten Toten, 4037, waren in Liberia zu beklagen. In Sierra Leone starben 3400 Menschen an dem Virus.

chr / mak (afp, rtr)