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Aktuell Nahost

Wieder Massaker in Syrien

In der Stadt Daraja sind zahlreiche Leichen entdeckt worden. Oppositionelle sprechen von 200 Getöteten, darunter Kinder und Frauen. Wer ist verantwortlich für das Blutbad südwestlich der Hauptstadt Damaskus?

Nach Darstellung von Aktivisten wurden die Menschen geradezu hingerichtet. Die meisten seien in Häusern und Kellern getötet worden. Ihre Verletzungen liessen darauf schließen, dass sie aus nächster Nähe erschossen wurden.

Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, Daraja sei in den vergangenen Tagen Ziel einer großen Offensive der Soldaten von Präsident Basachar al-Assad gewesen.

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Neue Massaker in Syrien

Unabhängige Angaben fehlen

"Assads Armee hat in Daraja ein Massaker angerichtet", sagte ein Aktivist. Überprüfen lassen sich die Angaben kaum, weil nur wenige unabhängige Journalisten in Syrien arbeiten. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana meldete lediglich, die Armee habe Daraja "von Terroristen gesäubert". Dies ist die übliche Bezeichnung für  bewaffnete Oppositionelle, zu denen auch zahlreiche desertierte Armeesoldaten gehören.

Schon am Samstag hatte die in Beobachtungsstelle von "40 bis 50" Leichen in Daraja berichtet. Auch hatte es in den vergangenen Wochen mehrfach Meldungen über mutmaßliche Massenhinrichtungen gegeben.

Offensive in den Vororten von Damaskus

Das Vorgehen der Soldaten war offenbar Teil einer Offensive, mit der die Armee die Kontrolle über die Vororte von Damaskus zurückgewinnen wollte. Bewaffnete Rebellen hatten sich dorthin zurückgezogen und Angriffe auf die Truppen Assads gestartet.

Mit mehr als 4000 Toten ist der August schon jetzt der blutigste Monat seit dem Beginn des Aufstands gegen das Regime in Damaskus im März 2011. Auch in der nordsyrischen Stadt Aleppo und in der libanesischen Stadt Tripoli wurde weiter gekämpft.

Weitere Militärs geflüchtet?

Derweil berichten Medien im Nachbarland Jordanien, erstmals habe sich ein Kommandeur abgesetzt, der größere Kampfverbände befehligt hatte. General Mohammed Mussa al-Chairat habe am Samstag die Grenze überquert, hieß es. Sein Name war im Januar auf einer Liste syrischer Oppositioneller in der Stadt Dschasim aufgetaucht. Die dortigen Aktivisten hatten die Namen aller Militärs aufgeführt, die nach ihrer Darstellung an der Unterdrückung der Protestbewegung beteiligt waren.

Der arabische Nachrichtensender Al-Arabija berichtet zudem, auch Vizepräsident Faruk al-Scharaa habe sich nach Jordanien abgesetzt. Er soll sich kürzlich von Assad losgesagt haben. Allerdings gibt es auch für diese Berichte keine Bestätigung von unabhängiger Seite.

uh/ml (afp,rtr,dpa)

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