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Welt

Wieder Kämpfe vor den Toren von Damaskus

Die arabischen Friedensbemühungen in Syrien sind vorerst gescheitert. Auch der militärische Widerstand gegen das Assad-Regime weitet sich aus. Die Regierungsarmee bekommt die Vororte von Damaskus nicht unter Kontrolle.

Im syrischen Homs beobachten zwei Bewaffnete von einem Dach aus eine Menschenmenge (Foto:dpad)

Deserteure im syrischen Homs

Nach Angaben von Oppositionsvertretern haben Deserteure der Regierungsarmee in der syrischen Hauptstadt eine Zentrale des Geheimdienstes der Luftwaffe angegriffen. Die Muslimbrüder, deren Führung sich derzeit zum Teil in der Türkei aufhält, berichteten, Ziel der Attacke sei ein Gebäude im Zentrum von Damaskus gewesen. Der Luftwaffen-Geheimdienst gehöre zu den Einheiten der Regierung von Präsident Baschar al-Assad, die für die Gewalt gegen die Protestbewegung verantwortlich seien.

"Moscheen zu Lazaretten umgewandelt"

In der Nacht zum Montag sollen etwa 2.000 Soldaten in die von Rebellen kontrollierten Außenbezirke von Damaskus einmarschiert sein, um die Stadtviertel wieder zurückzuerobern. Bei dem erneuten Vorstoß unterstützt von Panzern und Panzerfahrzeugen wurden nach Angaben von Aktivisten 19 Zivilisten und Rebellen getötet. Die Lage in den heftig umkämpften Bezirken verschlechtert sich laut Regierungsgegnern dramatisch. "In Feldlazarette umgewandelte Moscheen fordern Blutkonserven an", berichtete nach einer Meldung der Agentur Reuters ein Assad-Kritiker per Satelliten-Telefon.

In anderen Meldungen wiederum hieß es, in der Unruheprovinz Homs hätten Deserteure in einigen Gebieten die Kontrolle übernommen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London teilte mit, allein an diesem Sonntag habe es bei Kämpfen und Gewaltaktionen der Regimekräfte landesweit 66 Tote gegeben, unter ihnen 27 Zivilisten.

Anti-Assad-Armee wird stärker

Tausende syrische Soldaten haben in den vergangenen Monaten die regierungstreuen Streitkräfte verlassen und sich zu einer "Freien Syrischen Armee" - FSA - zusammengeschlossen, die auf Seiten der Opposition kämpft. Über die Zahl der Deserteure gibt es keine verlässlichen Angaben. Die Aufständischen selbst sprechen von 40.000 FSA-Kämpfern. Täglich würden es mehr.

Die syrische Regierung bedauerte unterdessen den Stopp der arabischen Beobachtermission und warf der Arabischen Liga zugleich vor, mit diesem Schritt den Druck auf den UN-Sicherheitsrat erhöhen zu wollen, in Syrien einzugreifen. Die Liga hatte den Abbruch der Mission am Samstag mit der Eskalation der Gewalt begründet.

wl/sc/wa (afp,dapd,rtr,dpa)

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