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Aktuell Welt

Wieder Flüchtlingsschiff vor Italien

Auf dem Meer südlich von Italien herrscht Chaos. Während die havarierte Fähre "Norman Atlantic" endlich im Hafen ankommen soll, steuerte wieder ein führerloser Frachter mit Flüchtlingen auf die Küste zu.

Der Frachter Blue Sky M bei der Ankunft im Hafen

Ebenfalls führerlos: Erst am Dienstag war die "Blue Sky M" - hier bei der Hafeneinfahrt - auf die Küste zugetrieben

Die Küstenwache habe am Donnerstag einen Rettungseinsatz begonnen, meldete die Nachrichtenagentur Ansa. Nach ersten Informationen sollen mindestens 400 Migranten (Archivbild) an Bord des Schiffes sein. Der unter der Flagge Sierra Leones fahrende Frachter befinde sich vor der Küste der süditalienischen Provinzhauptstadt Crotone. Eigentlich sollte die "Ezadeen" zwischen Zypern und dem südfranzösischen Sète unterwegs sein.

Einem Flüchtling an Bord war es offenbar gelungen, die italienischen Behörden darüber zu informieren, dass die Crew von Bord gegangen sei. Gefunden wurde das Schiff von einem Flugzeug der italienischen Küstenwache, als es sich mit sieben Knoten auf die Küste zubewegte.

Rettung aus der Luft

Nach Behördenangaben erschwerten Unwetter die Rettung der Flüchtlinge. Die Besatzung eines isländischen Patrouillenbootes, das in der Nähe war, konnte wegen des schlechten Wetters nicht an Bord gehen. In der Nacht gelang es der Küstenwache schließlich, aus der Luft drei Einsatzkräfte auf dem Schiff abzusetzen.

Erst am Dienstag waren fast 800 Bootsflüchtlinge auf einem führerlose Frachter vor Süditalien nur knapp einer Katastrophe entgangen. Das Schiff "Blue Sky M" mit 768 Migranten an Bord war in der Nacht zum Mittwoch auf die Küste der Region Apulien zugesteuert und konnte von der Küstenwache unter Kontrolle gebracht werden. Von der Besatzung fehlte jede Spur. Menschenschmuggler, die sich die gefährliche Überfahrt nach Europa teuer bezahlen lassen, verlassen immer häufiger die Schiffe und überlassen die Flüchtlinge ihrem Schicksal.

"Norman Atlantic" gibt weiter Rätsel auf

Die in der Adria havarierte Autofähre "Norman Atlantic" soll noch an diesem Freitag in den Hafen der italienischen Stadt Brindisi geschleppt werden. Auf dem Schiff war am Sonntag ein Feuer ausgebrochen - es folgte eine dramatische Rettungsaktion, die sich über Tage hinzog. Das Wrack trieb vor der albanischen Küste und konnte wegen schwerer See lange Zeit nicht abgeschleppt werden. Bisher wurden 13 Tote gezählt, darunter zwei Einsatzkräfte.

Auch fünf Tage nach dem Fährunglück geht die Verwirrung um die Zahl der Vermissten weiter. Die italienische Küstenwache korrigierte die Liste der Geretteten nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa auf 477, das sind 50 mehr als ursprünglich bekanntgegeben. Da aber nicht gesichert ist, wie viele Menschen auf der "Norman Atlantic" unterwegs waren, bleibt auch die Zahl der Vermissten unklar.

Zwei Deutsche werden noch vermisst

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin ist der Verbleib von zwei Deutschen noch nicht geklärt. Aufschluss über die Zahl der Opfer und Vermissten soll auch das Wrack bringen. Der ermittelnde Staatsanwalt von Bari, Giuseppe Volpe, hatte am Vortag von 98 Menschen gesprochen, von denen es bisher keine Nachricht gebe. Die Zahl der Menschen an Bord variiert je nach Angaben zwischen 470 und rund 500.

haz/jj/sti (dpa, afp)