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Aktuell Europa

Wieder ertrinken Flüchtlinge in der Ägäis

Bei einem Bootsunglück sind mindestens elf Flüchtlinge ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder und vier Babys. Ihr Boot kenterte bei der Überfahrt von der türkischen Küste zur griechischen Insel Samos.

Wieder ist das Meer vor den griechischen Inseln zum Grab geworden - für elf Menschen endete die Flucht nach Europa tödlich. Wie das griechische Staatsfernsehen berichtete, hatte eine Gruppe Flüchtlinge versucht, von der Türkei aus zur griechischen Insel Samos überzusetzen. Dabei sei das kleine Boot an einem felsigen Küstenabschnitt zerschellt.

Zunächst fanden die Rettungskräfte eine Frau, die ums Leben gekommen war. Anschließend entdeckten Taucher zehn Leichen von Flüchtlingen im Bootswrack. 15 weitere Flüchtlinge konnten dem Bericht zufolge gerettet werden.

Wenige Kilometer, die oft tödlich sind

Weiter südlich versuchten Rettungskräfte, vor der Insel Rhodos rund 150 Menschen an Land zu bringen. Ihr Boot war wegen der starken Winde in Seenot geraten. Zwei Verletzte seien ins Krankenhaus von Rhodos gebracht worden, berichteten örtliche Medien. Etliche der griechischen Inseln in der Ägäis liegen zwar nur wenige Kilometer von der türkischen Küste entfernt, doch kommt es bei der Überfahrt immer wieder zu tödlichen Unglücken. Erst am Freitag waren nach dem Untergang von zwei Flüchtlingsbooten vor Kalymnos und Rhodos 26 Flüchtlinge ums Leben gekommen, darunter 17 Kinder.

Seit Jahresanfang kamen bereits 560.000 Flüchtlinge, darunter viele Syrer, über das Meer nach Griechenland. Hunderte Menschen starben dabei. Trotz der kühlen Temperaturen und der rauen See machen sich weiter jeden Tag hunderte Menschen auf den Weg von der Türkei zu den nahen griechischen Inseln, um die EU zu erreichen.

"Torschlusspanik durch Aufnahmestopp-Debatte"

Nach Auffassung der Menschenrechtsorganisation "Pro Asyl" liegt die Ursache für die anhaltend hohen Flüchtlingszahlen in der Debatte um einen Aufnahmestopp. Derzeit kämen viele Asylbewerber, um einer möglichen Grenzschließung zuvorzukommen, erklärte der Vorsitzende der Flüchtlingshilfeorganisation, Andreas Lipsch. "Wir beobachten so etwas wie eine Torschlusspanik", sagte Lipsch.

Flüchtlinge in einem Schlauchboot vor der griechischen Insel Chios (Foto: rtr)

Nach Europa um jeden Preis - Viele Geflüchtete machen sich in Schlauchbooten auf den Weg nach Griechenland

Die kürzlich vom Bundestag beschlossene Verschärfung des Asylrechts hält der Pro-Asyl-Vorsitzende für wirkungslos. Insbesondere die Ausweitung der Zahl der sicheren Herkunftsländer auf Albanien, Montenegro und das Kosovo gehe am Problem vorbei, da bereits im September nur noch etwa vier Prozent der Asylbewerber vom Westbalkan gekommen seien.

cw/ml (dpa, afp, rtrf)

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