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Aktuell Asien

Wieder ein Leck in Fukushima

Diese Havarie bekommt man offenkundig nicht in den Griff: In der Atomruine Fukushima ist erneut radioaktives Wasser ausgelaufen. Es steht zu befürchten, dass es in den Pazifik sickerte.

Ein Arbeiter der Atomanlage habe das Fassungsvermögen des Tanks falsch eingeschätzt, heißt es bei der Betreiberfirma Tepco. So hätten über einen Zeitraum von etwa zwölf Stunden mehrere hundert Liter verseuchten Wassers austreten können.

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Atomkraftrenaissance in Japan?

Die genaue Menge können die Verantwortlichen nicht beziffern. Das Wasser wird zur Kühlung der geschmolzenen Brennstäbe verwendet und dann in den Tanks (Artikelbild) aufgefangen.

Erst vor kurzem waren aus einem Tank 300 Tonnen kontaminiertes Wasser ausgelaufen. Mitte September gab Tepco zudem bekannt, dass nach heftigem Regen wegen fehlender Speicherkapazitäten mehr als tausend Tonnen leicht radioaktives Wasser ins Meer geleitet wurden. Diesmal befindet sich das Leck an einem Tank für 450 Tonnen Wasser, jedoch nicht an der Stelle im Kraftwerk, an der bereits im August ein Leck gefunden worden war. Die in einer Rinne am Tank gemessene Strahlenbelastung soll 200.000 Becquerel pro Liter betragen. Die gesetzliche Höchstgrenze liegt bei 30 Becquerel.

Scharfe Kritik an Tepco

Ein Regierungssprecher nannte den erneuten Zwischenfall einen Beweis dafür, dass Tepco sich unzureichend um eine Bewältigung der Krise bemühe. Die Regierung werde sich um das radioaktive Wasser kümmern, fügte er hinzu, ohne Einzelheiten zu nennen. Er gehe davon aus, dass die Lage wieder unter Kontrolle sei.

Der Kraftwerksbetreiber steht wegen seines Krisenmanagements immer wieder heftig in der Kritik. Tepco wird vorgeworfen, das Ausmaß der Katastrophe zu vertuschen und die Öffentlichkeit nur häppchenweise zu informieren. Das Atomkraftwerk Fukushima war durch ein Erdbeben und einen Tsunami im März 2011 schwer beschädigt worden. Seither reiht sich in der Anlage im Nordosten Japans Panne an Panne.

rb/uh (afp, dpa, rtr)

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