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Aktuell Amerika

Wieder Drogenboss in Mexiko gefasst

Mexikanische Polizisten haben den mutmaßlichen Anführer des Drogenkartells von Juárez festgenommen. Es war der zweite Schlag gegen das organisierte Verbrechen binnen weniger Tage.

Wie die Nationale Sicherheitskommission (CNS) mitteilte, wurde Drogenboss Jesús Salas Aguayo bereits am Freitag auf seiner Ranch in der nördlichen Ortschaft Villa Ahumada festgenommen, etwa 120 Kilometer von der Grenzstadt Ciudad Juárez entfernt. CNS-Chef Monte Alejandro Rubido sagte, der 38-Jährige sei eines der "Top-Ziele" der Drogenfahndung gewesen. Bei der Festnahme kam es zu einer Schießerei, bei der einer der Begleiter des mutmaßlichen Anführers des Juárez-Kartells getötet wurde. (Das Artikelbild zeigt ein Fahrzeug der mexikanischen Bundespolizei).

Auch in den USA gesucht

Salas Aguayo war nach Erkenntnissen der Ermittler im Oktober zum Kopf des Kartells aufgestiegen, nachdem der Vorgänger gefasst worden war. Nach Angaben des CNS-Chefs wird gegen ihn unter anderem wegen Drogenhandels, Mordes, Entführung und Waffenhandels ermittelt. Auch die US-Drogenfahndung suchte Salas Aguayo, unter anderem im Zusammenhang mit einem Mordfall im texanischen El Paso.

Das Juárez-Kartell hat in den vergangenen Jahren einen großen Teil seiner Einflussgebiete an das rivalisierende Sinaloa-Kartell verloren. Die beiden Organisationen hatten sich in der Millionenstadt Ciudad Juárez einen blutigen Drogenkrieg geliefert, in dessen Verlauf mehrere tausend Menschen getötet worden waren.

Polizeifoto von Drogenboss Jose Tiburcio Hernandez Fuentes (Foto: Reuters)

Polizeifoto von Drogenboss Hernandez Fuentes

In der Grenzstadt Reynosa im Norden Mexikos war es zuvor nach der Festnahme eines Drogenbosses zu einem Ausbruch von Gewalt gekommen. Bewaffnete versuchten, ihren Anführer José Tiburcio Hernández Fuentes, alias "El Gafe" ("Der Spielverderber"), zu befreien, einen örtlichen Boss des berüchtigten Golf-Kartells.

Angriff auf Justizgebäude

Die Männer griffen das Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft an, in dem Hernández Fuentes inhaftiert wurde. Polizisten und Soldaten erwiderten das Feuer vom Dach des Gebäudes aus. Die Kriminellen blockierten außerdem Straßen, um den Abtransport des Verhafteten zu verhindern. Sie stellten Lastwagen, Schulbusse und Autos an Kreuzungen quer und zündeten mehrere Fahrzeuge an.

An verschiedenen Stellen der Stadt gab es Schießereien. Online-Portale zeigten Amateurvideos von Bürgern, die in Panik flohen. Erst nach Stunden hatten Polizei und Armee die Lage wieder unter Kontrolle. Bei den Gefechten wurden mindestens drei Menschen getötet.

Tausende Tote

In Mexiko tobt seit Jahren ein blutiger Drogenkrieg zwischen den Sicherheitskräften und den Kartellen. Nach offziellen Angaben wurden dabei seit 2006 rund 80.000 Menschen getötet. Die Kartelle kontrollieren den Schmuggel südamerikanischen Kokains in die USA. Die Grenzstädte sind dabei strategische Punkte. Die 700.000-Einwohner-Stadt Reynosa liegt an der Grenze zum US-Bundesstaat Texas rund 100 Kilometer landeinwärts vom Golf von Mexiko, nach dem das Golf-Kartell benannt ist. In den vergangenen Jahren hatten die Sicherheitskräfte immer wieder mächtige Drogenbosse hinter Schloss und Riegel gebracht. Die Folge waren oft blutige Machtkämpfe innerhalb der Rauschgiftbanden, aus denen neue Führungsfiguren hervorgingen.

wl/sti (dpa, afp, epd)