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Kundgebung von Alewiten und Kurden

Wieder Demonstration gegen Erdogan in Köln

Etwa 25.000 Alewiten und Kurden haben in Köln gegen die Politik des türkischen Präsidenten Erdogan protestiert. Am Rande der Kundgebung gab es Attacken auf Polizisten.

Die Protestkundgebung richtete sich gegen die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nach dem gescheiterten Militärputsch vom Juli, insbesondere gegen die jüngsten Festnahmen führender Kurdenpolitiker und regierungskritischer Journalisten. Hauptredner der Kundgebung war der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Frank Überall.

Er forderte mehr internationale Solidarität für die bedrängten Journalisten in der Türkei: "Viele Kolleginnen und Kollegen, die ich in den Redaktionen verschiedener Zeitungen, Radiosender, Fernsehsender in den vergangenen Monaten in der Türkei besucht habe, sind heute entweder arbeitslos oder im Gefängnis", sagte Überall.

"Türkei eine Diktatur"

In ihrem Aufruf zu der Kundgebung warf die Alevitische Gemeinde der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP von Erdogan vor, sie habe die Türkei "in einem atemberaubenden Tempo" zu einer Diktatur gemacht. In Deutschland und in der Europäischen Union ziehe aber niemand daraus politische Konsequenzen.

Die Alewiten sind in der Türkei mit schätzungsweise 20 Millionen Gläubigen nach den Sunniten die zweitgrößte islamische Religionsgemeinschaft. Alewiten gelten als  liberale Strömung im Islam. Ihre religiösen Regeln sind weniger streng als die von Sunniten und Schiiten. Viele Kurden in Deutschland sind Alewiten.

Zahlreiche Demonstranten schwenkten Fahnen mit dem Bild von Abdullah Öcalan, dem in der Türkei inhaftierten Führer der auch in der EU als Terrororganisation verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die Fahnen sind nach Polizei-Angaben aber erlaubt (Artikelbild).

Schlagstöcke gegen Steinewerfer

Am Rande der Kundgebung gab es einen Zwischenfall, wie ein Polizeisprecher mitteilte. In einer Gruppe von etwa 120 Kurden habe ein Mann einen Feuerwerkskörper gezündet. Als er daraufhin von Polizisten angesprochen worden sei, habe er zusammen mit anderen die Beamten angegriffen, berichtete ein Polizeisprecher. Es seien Flaschen und Steine geworfen worden. Eine Polizistin wurde an der Hand verletzt. Die Polizei setzte nach Angaben Pfefferspray und Schlagstöcke ein, um die Menge zurückzudrängen. 

 Bereits vor einer Woche hatten rund 7.000 Kurden in Köln friedlich gegen die Unterdrückung der Opposition in der Türkei und gegen die Festnahmen pro-kurdischer Politiker und Journalisten demonstriert.

wl/ml (dpa, afp)