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Berlin

Wieder brutaler Vorfall in Berliner U-Bahn

Erneut hat ein rücksichtsloser Täter in einem Berliner U-Bahnhof einen Passanten die Treppe heruntergetreten - und wieder hofft die Polizei bei der Fahndung auf Bilder der Videoüberwachung.

Rolltreppe im U-Bahnhof Gesundbrunnen (picture alliance/dpa/M. Gambarini)

Rolltreppe im U-Bahnhof Gesundbrunnen

Die Fahndungen nach dem "U-Bahn-Treter" von Berlin und den Männern, die versuchten, einen Obdachlosen anzuzünden, führten mit Videobildern schnell zu Festnahmen. Bei einem neuen Überfall im Untergrund hofft die Berliner Polizei nun auf einen ähnlichen Erfolg: Gesucht werden zwei Unbekannte, die am späten Freitagabend auf der Rolltreppe der Station Gesundbrunnen eine Gruppe von drei jungen Männern angegriffen haben sollen.

Einer der beiden Täter soll sich dabei auf der Rolltreppe von oben kommend auf das Geländer gestützt haben. Laut Zeugenaussagen schwang er beide Beine voraus und stieß einen 20-Jährigen mit einem wuchtigen Tritt die Rolltreppe hinunter. Dann sollen beide Angreifer einen 23-Jährigen aus derselben Gruppe angegriffen und ihm gegen den Oberkörper und das Gesicht getreten haben.

Der Angriff des sogenannten U-Bahn-Treters hatte im Dezember für Entsetzen gesorgt (Polizei Berlin)

Der Angriff des sogenannten U-Bahn-Treters hatte im Dezember für Entsetzen gesorgt

Nach Angaben der Polizei wurden beide Opfer bei dem Übergriff verletzt. Bei den Verkehrsbetrieben sei Videomaterial beantragt worden, sagte ein Polizeisprecher. Bislang hätten sich zwei Zeugen gemeldet. Ermittelt wird wegen gefährlicher Körperverletzung.

Dem 23-Jährigen sei es schließlich gelungen, einen der Angreifer zu umklammern, er stürzte jedoch bei dem Gerangel und erlitt eine Platzwunde am Kopf. Der dritte junge Mann aus der Gruppe, ein 22-Jähriger, wurde derart gewürgt, dass ihm kurzzeitig die Luft wegblieb. Die Angreifer flüchteten. Hinweise auf einen Streit, der diese Aggressionen hätte auslösen können, gibt es laut Polizei nicht.

Brutal in den Rücken getreten

In den vergangenen Monaten hatten bereits zwei weitere Vorfälle in U-Bahnhöfen der Hauptstadt bundesweit Entsetzen und Empörung ausgelöst. Ende Oktober hatte ein Mann eine junge Frau brutal in den Rücken getreten, woraufhin diese eine Treppe im U-Bahnhof Hermannstraße herunterstürzte. Gegen einen 27 Jahre alten Verdächtigen aus Bulgarien wurde Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung erlassen.

In der Nacht zum ersten Weihnachtstag sollen zudem sieben Männer im Alter zwischen 15 und 21 Jahren im Bahnhof Schönleinstraße versucht haben, einen schlafenden Obdachlosen anzuzünden. Die Flüchtlinge aus Syrien und aus Libyen sitzen in Untersuchungshaft. Ihnen wird gemeinschaftlicher versuchter Mord vorgeworfen.

In beiden Fällen waren die mutmaßlichen Täter mit Hilfe von Bildern einer Überwachungskamera gefasst worden. Die Fahndung mit solchen Aufnahmen muss von den Ermittlungsbehörden beantragt und von einem Richter genehmigt werden.

stu/hf (dpa, berlin.de)

 

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