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Nahost

Wieder Anschläge im Irak

Bei einer Serie von Selbstmordanschlägen sind am Freitag im Irak Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die schwersten Anschlägen ereigneten sich in zwei schiitischen Moscheen.

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Zwei Autobomben explodierten in Bagdad


Die Moscheen in der Stadt Chanakuin an der Grenze zum Iran waren zum Zeitpunkt der Attentate gut gefüllt - zum Freitagsgebet. Die Attentäter sprengten sich den Angaben zufolge im Innern der Gotteshäuser in die Luft - die Moscheen seien vollständig zerstört worden, sagte die Polizei. Über 60 Menschen seien getötet und mehr als 70 weitere verletzt worden.

Chanakuin wird vor allem von Schiiten und Kurden bewohnt. Die mehrheitlich sunnitischen Aufständischen im Land kämpfen gegen die neue Regierung unter der Führung von Schiiten und Kurden. Unmittelbar nach den Anschlägen rückte eine kurdische Miliz in Chanakin ein und übernahm die Kontrolle über die Stadt. Die so genannten Peschmerga sind loyal zu den beiden großen kurdischen Parteien der Region. Nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN schickte das amerikanische Militär Soldaten in die Region, die die Vorfälle untersuchen sollen. Eine Ausgangssperre wurde über die Stadt verhängt.

Bagdad

Anschläge im Irak, Autobombe, 18.11.2005

Waren ausländische Journalisten das Ziel?

Am Morgen waren bereits in Bagdad bei der Explosion von zwei Autobomben neben einem stark gesicherten Hotelkomplex und einem Gefängnisses des irakischen Innenministeriums mindestens sechs Menschen getötet worden, darunter auch zwei Kinder. Weitere 40 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Zunächst war nicht klar, ob sich die Anschläge gegen das Gefängnis richteten oder gegen das nahe gelegenes Hotel Hamra, in dem vor allem Ausländer übernachten.

Die Journalisten im Hotel kamen mit dem Schrecken davon, weil eine spezielle Schutzmauer die Wucht der Detonationen abfing. In dem Gefängnis waren vor wenigen Tagen irakische Häftlinge entdeckt worden, die nach eigenen Angaben misshandelt worden waren. Augenzeugen berichteten, zwei Selbstmordattentäter hätten sich mit ihren mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugen in die Luft gesprengt. CNN strahlte Bilder aus, die zeigten, wie ein kleiner Lieferwagen vorfuhr und explodierte.

Bei der Explosion einer weiteren Autobombe kam in der Kleinstadt Kanaan nördlich von Bagdad ein 15-jähriger Junge ums Leben. In Bakuba starb bei der Explosion eines Sprengsatzes neben einer amerikanisch-irakischen Patrouille ein irakischer Polizist. (arn)

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