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Europa

Wieder Aktivistin in Tschetschenien ermordet

In der russischen Kaukasus-Republik Tschetschenien ist zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen eine Menschenrechtlerin ermordet worden. Sarema Sadulajewa wurde tot aufgefunden, wie Angehörige bestätigten.

Mann hält Schwarz-weiß-Foto von Natalja Estemirowa in der Hand (Foto: AP)

Nach der Ermordung der Menschenrechtlerin Estemirowa im Juli gab es nicht nur in Russland Proteste

Wie die russische Menschenrechtsorganisation Memorial mitteilte, wurde Sadulajewas Leiche in einem Vorort der tschetschenischen Hauptstadt Grosny entdeckt. Auch ihr Ehemann sei ermordet worden.

Sarema Sadulajewa war Leiterin der regierungsunabhängigen Organisation "Save the Generations". Die Gruppierung setzt sich vor allem für junge Menschen in Tschetschenien ein.

Erinnerungen an den Fall Estemirowa

Erst Mitte Juli war in Tschetschenien die Menschenrechtlerin Natalja Estemirowa entführt worden. Wenige Stunden später wurde die Leiche der 50-Jährigen in einem Straßengraben in der Nachbarrepublik Inguschetien gefunden. Sie wies Schusswunden am Kopf auf.

Natalja Estemirowa (Foto: dpa)

Vor knapp einem Monat ermordet: Natalja Estemirowa

Estemirowa hatte für Memorial gearbeitet. Der Chef der Menschenrechtsorganisation, Oleg Orlow, äußerte nach dem Mord den Verdacht, hinter der Bluttat könnten der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow oder dessen Untergebene stehen. Kadyrow wies alle Vorwürfe, wonach er in die Tat verwickelt sei, kategorisch zurück. Estemirowa war seit dem zweiten Tschetschenienkrieg 1999 Hinweisen nach russischen Gräueltaten im Kaukasus nachgegangen.

Taten bleiben unaufgeklärt

Der Fall Estemirowa ist bisher nicht aufgeklärt - ebenso wenig wie andere Morde an Bürgerrechtlern in Russland. Bekanntestes Opfer dürfte die Journalistin und Putin-Kritikerin Anna Politkowskaja sein, die im Oktober 2006 erschossen vor ihrer Moskauer Wohnung aufgefunden wurde. Auch Politkowskaja hatte in zahlreichen Veröffentlichungen das Vorgehen Russlands in Tschetschenien scharf kritisiert.

In ihrem Fall wurde das Verfahren gegen drei Verdächtige, die in einem ersten Prozess freigesprochen worden waren, vergangene Woche erneut aufgerollt. Die Angehörigen Politkowskajas werfen der Justiz jedoch vor, dass es sich bei dem Verfahren um eine "Farce" handele. Nach ihrer Einschätzung ist der russische Staat nicht daran interessiert, die wahren Mörder vor Gericht zu bringen und die Hintergründe des Verbrechens aufzuklären. (gri/wa/kle/dpa/ap/afp)

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