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Formel 1

Wie Rosberg den Titel holen kann

Die Spannung in der Formel 1 steigt, denn mit dem richtigen Ergebnis könnte Nico Rosberg seinen ersten WM-Titel bereits in Brasilien holen. Doch auch sein Teamkollege Lewis Hamilton hat noch Chancen.

Der Kampf um den WM-Titel in der Formel 1 wird noch einmal spannend. Vor dem letzten Rennen betrug der Vorsprung von Nico Rosberg auf Lewis Hamilton noch 26 Punkte. Doch Hamilton siegte und verkürzte den Abstand zu seinem Teamkollegen auf 19 Zähler. In den letzten beiden Rennen der Saison entscheidet sich nun die Weltmeisterschaft.

Der einfachste Weg zum Champion wäre für Rosberg ein Sieg beim Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo - Hamilton wäre machtlos, der Deutsche erstmals Weltmeister. Das Gleiche gilt übrigens auch für das letzte Rennen in Abu Dhabi: Wenn der Deutsche sich dort seinen 10. Saisonsieg sichern würde, wäre er ebenfalls nicht mehr von Platz eins der Fahrerwertung zu verdrängen. Egal, welchen Platz Hamilton belegt.

Doch auch ohne Sieg in Brasilien könnten im Mercedes-Stall bereits in Südamerika die Champagnerkorken knallen. Sollte Rosberg in Brasilien nämlich nur den zweiten Platz belegen, dürfte sein Teamkollege bestenfalls Vierter werden. Wird Rosberg Dritter, darf der Brite nicht besser als Platz sechs sein - erreicht Hamilton jedoch ein besseres Ergebnis, kommt es zum Showdown zwischen den beiden Teamkollegen beim letzten Saisonrennen.

Für einen Sieg gibt es in der aktuellen Formel-1-Saison 25 Punkte, für Platz zwei 18. Der dritte Platz bringt immerhin noch 15 Punkte. Ab dem vierten Platz (12) geht es im Zwei-Punkte-Abstand runter bis Platz neun, der Zehntplatzierte bekommt immerhin noch einen Zähler.

Hamilton hat nichts zu verlieren

Auch in Rosbergs Alptraum-Szenario - er selbst kommt nicht ins Ziel und Hamilton siegt in Brasilien - hätte der 31-Jährige sein Schicksal weiter selbst in der Hand. Er würde dann mit sechs Punkten Rückstand auf Hamilton ins letzte Saisonrennen gehen müssen. Trotzdem könnte Rosberg seinen Teamkollegen mit einem Sieg beim Nachtrennen in Abu Dhabi wieder überholen. Sollte Hamilton am Sonntag (17 Uhr MEZ, ab 16:45 Uhr im DW-Liveticker) ausscheiden, muss er auf einen Ausrutscher seines Teamkollegen hoffen. Rosberg dürfte nicht besser als Platz sieben sein, damit der Brite noch eine Chance auf dem WM-Titel hat.

Spanien | Circuit de Catalunya 2016 | Crash Hamilton - Rosberg (picture-alliance/LAT Photographic/Z. Mauger)

Beide Mercedes landen in Barcelona im Kiesbett - ein Szenario, welches in Brasilien auf keinen Fall passieren soll

Der deutsche Formel-1-Kommentator Christian Danner sagte im Gespräch mit der DW, dass "Rosberg genauso cool wie die gesamte Saison  sein wird." Danner räumte aber ein, dass "Hamilton natürlich den Vorteil des unbeschwerten Angriffs" habe. Über eine mögliche Kollision in der ersten Runde - beispielsweise mit dem oft an der Grenze fahrenden Max Verstappen - sagte der Formel-1-Experte: "Verstappen ist immer eine Gefahr, aber nicht nur für Rosberg."

Kein gutes Pflaster für Hamilton

Rosberg dürfte mit Selbstvertrauen in das Rennen am Wochenende gehen. Als Teamkollege von Hamilton hat der WM-Führende in den vergangenen drei Jahren alle Auftritte in Brasilien zu seinen Gunsten entscheiden können - Rosberg gewann 2014 und 2015 jeweils von der Pole Position. "Ich liebe die Strecke. Aber was in den letzten zwei Jahren war, zählt nicht mehr. Das Rennen startet bei Null", sagte der WM-Führende. "Ich fokussiere meine Energie auf den Sieg hier und nicht auf das, was danach kommt."

Sein Konkurrent dagegen konnte bei neun Versuchen noch nie in Brasilien gewinnen. Eine Scharte, die er am Wochenende auswetzen möchte. "Seit dem Beginn meiner Formel-1-Karriere habe ich gesehen, dass sich das Blatt selbst im allerletzten Moment noch wenden kann", sagte Hamilton trotzig. "Deshalb musst du bis zum Ende kämpfen." Der Brite hatte auf der Strecke von Interlagos bereits einen Titel auf dramatische Art und Weise gewonnen (2008), aber auch schon einen verloren (2007). Der Merceds-Pilot habe in den letzten beiden Rennen "nichts zu verlieren."

Trotzdem wurmt den 31 Jahre alten Briten seine Statistik in Brasilien. "Ich will hier gewinnen, ganz klar. Ich habe keine Ahnung, warum ich hier noch nie gewonnen habe", sagte Hamilton. "Ich fühle mich hier so gut vorbereitet wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren und hoffe, dass das die Ergebnisse auch zeigen."

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