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Europa

Wie kommt das LL auf die Euromünzen?

Für Luc Luycx war es das Projekt seines Lebens. Der Belgier wurde bekannt als Designer der Euro-Münzen. Heute klimpert die gemeinsame Währung in den Taschen der meisten Europäer.

Das LL auf einer Euromünze (Foto: DW)

Das LL - Luc Luycx' "Fingerabdruck" auf den Münzen

"Wenn man es nicht weiß, sieht man es nicht." Luc Luycx hält eine Zwei-Euro-Münze ins Licht. "Das Doppel-L ist sehr diskret, aber für mich war es wichtig, dass es drauf ist." Der Belgier mit den verschmitzten Augen wirkt sonst eher bescheiden, aber die Anfangsbuchstaben seines Namens wollte er doch gerne auf den neuen Münzen sehen. "Wenn ich Münzen designe, setze ich immer irgendwo meine Initialen darauf." Also habe er gefragt, ob man sie nicht auch auf den Euro setzen könnte. "Niemand hatte etwas dagegen."

Ein langer Weg zum Euro - auch im Design

Der belgische Münzdesigner Luc Luycx an seinem Schreibtisch an der Königlichen Münzstätte in Brüssel. Er wurde bekannt als Designer der Euromünzen (Foto: DW/ Nina Haase)

Luc Luycx an seinem Schreibtisch in Brüssel

Bis es allerdings soweit war, war es ein langer Weg. Es gab eine Ausschreibung, damals, 1996, nachdem sich die Europäer auf eine neue gemeinsame Währung geeinigt hatten: Die Vorderseite der neuen Euro-Münzen sollte für alle Länder gleich sein, die Rückseite durfte jedes Land selbst gestalten. Luc Luycx entschloss sich, beim Wettbewerb um die einheitliche Vorderseite mitzumachen. "Man konnte zwischen verschiedenen Themen wählen", erinnert sich der heute 51-Jährige: "Berühmte europäische Persönlichkeiten, Architektur und Abstraktes."

Luc Luycx entschied sich für eine Serie, die Europas Integration symbolisiert: "Ich habe die Münzen in drei Gruppen eingeteilt: Auf den 1-, 2- und 5-Cent-Stücken sieht man, wo sich Europa auf dem Globus befindet. Auf den 10-, 20- und 50-Cent-Stücken sind alle EU-Länder zu sehen, aber sie sind noch nicht vereinigt. Auf den 1- und 2-Euro-Münzen schließlich sieht man die EU vereint, so wie man sie auf der Karte kennt."

Wie wird man Euro-Münzdesigner?

Der belgische Münzdesigner Luc Luycx vor einer Münzvitrine in der Königlichen Münzstätte in Brüssel (Foto: DW/ Nina Haase)

Luc Luycx in der Königlichen Münzstätte in Brüssel

Luc Luycx arbeitete schon damals für die Königliche Münzstätte in Brüssel. Nach seinem Informatikstudium war er 1985 als Programmierer angestellt worden. Seit 1991 designt er Münzen. "Große Zahlen sind wichtig. Man muss direkt den Wert einer Münze erkennen können. Dann erst kommt der Rest des Designs", erklärt er seine wichtigste Regel. Daran hielt er sich auch beim Entwurf für die Serie der Euromünzen. 1997 bekam er den Zuschlag.

Als Buchgeld wurde der Euro am 1. Januar 1999 in elf EU-Ländern geführt. 2001 erfüllte nach eigenen Angaben auch Griechenland die Kriterien, und so erhielten am 1. Januar 2002 die Bürger in zwölf Ländern ihr Euro-"Starterkit". Plötzlich war Luc Luycx' Design in allen Händen. "Natürlich war ich da stolz", schmunzelt er.

Das erste Modell der 2-Euro-Münze, Entwurf des belgischen Münzdesigners Luc Luycx (auch im Bild) *** Autorin: Nina Haase Dezember 2009, Belgien

Um alle Euro-Länder glücklich zu machen, musste am ersten Entwurf noch viel verfeinert werden

Doch bis die Münzen geprägt werden konnten, hatte es lange gedauert. Luc Luycx musste viele Kleinigkeiten an seinem Entwurf ändern. "Besonders die kleinen Länder beschwerten sich über einige Grenzlinien, die ich für ihr Empfinden zu grob gezeichnet hatte", so Luycx. Und Spanien vermisste die Kanarischen Inseln, die er weggelassen hatte, weil sie geografisch vom europäischen Festland zu weit weg lagen. "Ich habe sie dann verschoben, so dass sie doch auf den Münzen waren."

85 Milliarden mal sein Design in den Portemonnaies

Computerbildschirm des belgischen Münzdesigners Luc Luycx. Der Designer der Euromünze entwirft für die Königliche Münzstätte in Brüssel heute Sondermünzen (Foto: DW/ Nina Haase)

Geburtsstätte des Euro: Luc Luycx' Computerbildschirm

Heute zahlen die Menschen in 16 EU-Ländern mit dem Euro und es kursieren rund 85 Milliarden Euromünzen mit der von Luc Luycx entworfenen Vorderseite in Europa. "Stellen Sie sich vor, ich würde an jeder geprägten Münze mit ein paar Cent beteiligt", kichert er. Vermutlich würde er dann trotzdem noch Münzen entwerfen. "Ich liebe meinen Beruf", sagt er.

Für die Königliche Münzstätte entwirft er nun hauptsächlich Euro-Sondermünzen. Neue Aufträge erhält er von der Marketingabteilung. Dann setzt er sich an seinen Schreibtisch und entwirft am Bildschirm ein Design. Mit einer Maschine wird dann ein 3D-Modell der Münze erstellt, und schließlich geht die Münze in Prägung. Eines darf natürlich auf keiner seiner Münzen fehlen: das kleine Doppel-L am rechten Rand.

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