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Fit & gesund

Wie Hautkrebs bekämpft wird

Die Häufigkeit von Hautkrebs steigt seit stetig. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) treten weltweit jedes Jahr 132.000 neue Fälle von schwarzem Hautkrebs auf. Viel häufiger und trotzdem viel unbekannter ist der helle Hautkrebs: Jedes Jahr gibt es weltweit zwei bis drei Millionen neue Fälle. Experten gehen davon aus, dass die Zahlen die nächsten 20 Jahre weiter steigen.

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Besonders gefährdet sind Menschen mit hellem Hauttyp. Aber auch Menschen mit dem dunkelsten Hauttyp gehören zur Risikogruppe: Zwar erkranken sie viel seltener, dafür wird bei ihnen der Hautkrebs meist viel zu spät erkannt und die Sterberate ist prozentual höher als bei hellhäutigen Menschen. Besonders alarmierend: Waren früher fast nur ältere Menschen von Hautkrebs betroffen, werden die Patienten inzwischen immer jünger. Schuld daran: Ihr sorgloser Umgang mit der Sonne, denn UV-Strahlung ist der Hauptauslöser für Hautkrebs.

Schwarzer Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt, gehört zu den gefährlichsten Krebsarten überhaupt, da er sehr schnell Metastasen bildet. Zu spät behandelt, führt er häufig zum Tod. Aber auch heller Hautkrebs ist gefährlich. Er bildet zwar nur in 3% der Fälle Metastasen, zerfrisst aber die Haut und tiefer liegende Schichten wie Muskeln und Knochen. Ein malignes Melanom muss immer herausoperiert werden,. Nur dann kann man sicher sein, dass man den Krebs komplett entfernt hat. Auch einen verdächtigen Leberfleck sollte man immer herausschneiden und feingeweblich untersuchen lassen. Auf keinen Fall darf man einen solchen Leberfleck weglasern lassen.

Die häufigste Form des hellen Hautkrebses und des Hautkrebses überhaupt ist das Basaliom. Dieses tritt meist im Gesicht, auf den Ohren oder dem Hals auf. In manchen Fällen werden auch Arme, Beine oder Rumpf befallen. Anfangs bildet sich ein unscheinbares, hartes, hautfarbenes manchmal auch glasiges, punktförmiges Knötchen. Im weiteren Verlauf verfärbt sich die Hautveränderung, wobei sie auch zu Blutungen neigt. Außerdem wird das Knötchen langsam größer. Im fortgeschrittenen Stadium sinkt es in der Mitte ein und wächst nach innen. Zur Metastasenbildung kommt es bei einem Basaliom nur extrem selten.

Die Frühform eines Spinalioms, eine weitere Form von hellem Hautkrebs, nennt man aktinische Keratose. Sie macht sich meist zuerst als leicht rötliche, raue, verhornte, oft schuppige Stellen bemerkbar. Sie treten besonders an sonnenexponierten Stellen auf: Stirn, Ohren, Wange, Lippen, Handrücken, Arme, Rücken, Waden und Glatze. Das Tückische: Die aktinischen Keratosen, die mittlerweile sehr viele Menschen haben, werden oft mit harmlosen Altersflecken verwechselt und daher meist nicht ernst genommen. Doch bei jedem fünften Betroffenen entwickelt sich aus ihnen ein hartes, erhabenes Geschwür oder Geschwulst mit unregelmäßiger Form, das zu Blutungen neigen kann: das Spinaliom. Diese Krebsart ist zwar seltener als das Basaliom, aber viel gefährlicher. Denn sie geht mit Metastasenbildung einher.

Die Therapie bei jeder Form von hellem Hautkrebs hängt von Größe, Eindringtiefe und Lage des Tumors ab. Bei oberflächlichen Tumoren genügt häufig das Auftragen einer Creme. Der Inhaltsstoff Diclofenac verbessert die Immunabwehr und reduziert das Tumorwachstum. Tumore, die nicht dicker als drei Millimeter sind, können mit der Photodynamischen Therapie (PDT) behandelt werden. Bei der photodynamischen Therapie wird die betroffene Stelle mit speziellen Wirkstoffen vier Stunden vorbehandelt. Durch die anschließende Bestrahlungmit besonderem Lichtentstehen hoch reaktive Sauerstoff-Verbindungen. Sie töten die Krebszellen ab.Vorteil: Diese Methode ist sehr sanft und hinterlässt keine Narben. Dies ist jedoch nur möglich bei einer frühzeitigen Erkennung, wenn das Stadium noch nicht weit fortgeschritten ist. Standardverfahren ist aber die Operation, bei der der Tumor und das umliegende Gewebe in einem bestimmten Umkreis entfernt werden. Anschließend wird das gesamte entnommene Material im Labor histologisch untersucht. Befinden sich im Gewebe rund um den Tumor Krebszellen, muss nachoperiert werden

Grundsätzlich gilt, wie bei jeder Krebsart: Je früher der Tumor erkannt wird, umso besser ist auch die Heilungsprognose! Und hierin liegt auch der große Vorteil von Hautkrebs, denn: Man kann ihn sehen! Experten empfehlen: Alle 2 Jahre ein Hautkrebs-Screening beim Hautarzt machen lassen. Bei dieser Untersuchung, schaut sich der Hautarzt die gesamte Haut an – auch Kopfhaut und Schleimhäute. So kann man sicherstellen, dass verdächtige Stellen frühzeitig entdeckt werden.

Und damit es gar nicht erst zu Hautkrebs kommt, kann man selbst etwas tun: Wer sich morgens eine halbe Stunde vor dem Rausgehen mit einer medizinischen Sonnencreme eincremt, einen Sonnenhut und eine Sonnenbrille trägt, die UVA und UVB Strahlen herausfiltert, zwischen 11 und 15 Uhr aus der direkten Sonne bleibt, regelmäßig zum Hautkrebs-Screening geht, der wird wahrscheinlich nie einen richtigbösartigen Hautkrebs bekommen.

Die Scan-Aufnahmen der Sonnenschäden im Gesicht wurden mit freundlicher Unterstützung der Firma Zeitwunder – Berlin gemacht.