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9/11 und die Folgen

Wie hat der 11. September Ihr Leben verändert?

Wir haben Sie gefragt, was dieser Tag für Sie ganz persönlich bedeutet. Sie haben uns Ihre Gedanken, Erlebnisse und Eindrücke geschrieben. Vielen Dank dafür! Hier eine Auswahl der Einsendungen.

Ein Briefumschlag und die Twin-Towers in New York (Grafik: DW)

Einsendungen der DW-User

Es handelt sich um die größte Tragödie, die ich in meinem Leben gesehen habe. Sie ist vergleichbar mit den Kriegen, die die vorherigen Generationen erlebt haben. (Robinson Rodríguez)

Ich schreibe Ihnen, weil ich während des Angriffs in der Nähe war. Ich war nicht im Welthandelzentrum, aber ein Paar Häuserblocks entfernt in der New York Börse auf dem Parkett. Ich war dort als Büroangestellter tätig. Die Börse ist so stark wie ein Luftschutzbunker gebaut, aber der Fussboden bebte, als die Türme einstürzten. (William Phelan, USA)

Ich habe diesen Tag sofort als Kriegserklärung an die Kultur und die Zivilisation des Abendlandes empfunden. Ich konnte den Appell an die Toleranz vieler europäischer Länder nicht nachvollziehen, auch nicht ihre pazifistische Haltung. (Tony Aime)

Reaktionen aus der muslimischen Welt

Der 11. September begann für mich wie ein ganz normaler Tag. Ich ging zu meiner Arbeit in einem Viertel, in dem Sunniten, Schiiten, Libanesen und Palästinenser wohnen. Plötzlich kam ein Mitarbeiter der Fabrik schreiend angelaufen: "Allahu Akbar, Gott ist groß! Wir haben sie im eigenen Land geschlagen!" Ich antwortete: "Ihr hier seid alle verrückt! Ihr glaubt, die Täter sind revolutionäre Islamisten? Wer den richtigen Islam kennt, sieht aber, dass solche Taten mit dem Islam nichts zu tun haben." Der Islam ist die Religion des Friedens. Kein Muslim darf eine solche Tat begehen oder unterstützen. Es ist ein Verbrechen, egal welche Motive die Täter hatten! (Mustafa Masri)

Nadia al Baschir, Journalistin aus dem Irak, sitzt am Schreibtisch (Foto: DW)

Nadia al Baschir ist Journalistin aus dem Irak

In den arabischen Staaten gab es im Allgemeinen einen himmelweiten Unterschied zwischen der offiziellen Haltung der Regierung und der allgemeinen Meinung auf der Straße. Viele Menschen gehen, ob unreflektiert oder aus Überzeugung, davon aus, dass der Anschlag eine Folge der amerikanischen Einmischung in die globalen Angelegenheiten war. (Nadia Al Baschir, Irak)

Ich, als gläubiger Moslem, war sehr betroffen. Der Islam lehrt uns, Anderen zu helfen und sogar denen zu verzeihen, die uns Schaden zufügen. An diesem Tag wurde mir klar, dass es Menschen gibt, die sich mit solchen Aktionen hinter dem Islam verstecken. (Hamed Alhamadneh)

Der 11. September ist der schlimmste Tag im Leben eines jeden richtigen arabischen Moslems. Dieser Tag hat dem Ruf des Islam und der Muslime sehr geschadet. Seitdem werden sie als Terroristen, die unschuldige Menschen töten, gesehen. Die islamische Religion aber lehrt uns, Andere zu lieben und auch zu verzeihen. (Abd Alqader Scheich)

Wie konnte das passieren?

In den Tagen nach dem Attentat, als sich die Aufregung gelegt hatte, waren meine Gedanken - und sie sind es bis heute - von ungläubigem Staunen gekennzeichnet. Wie konnten knapp zwei Dutzend Piloten aus dem Ausland ohne Ausbildung ein solch hochkomplexes und schnell fliegendes Flugzeug steuern? Es gibt immer noch so viele ungeklärte Umstände! (David Scott-Holte)

Alle sagen, Al Kaida hat Amerika getroffen. Doch es fällt wirklich schwer, das zu glauben. Vor allem: Wie konnten diese Leute diese Operation erfolgreich durchführen? (Nouari Naghmouchi, Frankreich)

Was hat sich seither für Sie geändert?

Möglicherweise bin ich persönlich von diesem Thema besonders betroffen, weil der Familienname meines Mannes "Ra'ad", zu deutsch "Donner", lautet. Denn immer, wenn er verreiste, war er aufgrund seines Namens verschärften Sicherheitsmaßnahmen ausgesetzt. Das hat mich dazu gebracht, meinen Kindern nach deren Geburt ausländische Namen zu geben, um sie davor zu bewahren, das ertragen zu müssen, was ihr Vater an Unrecht und unwürdiger Behandlung erleben musste. (Diana Morcos, Libanon)

Als gebürtiger New Yorker kann ich mich noch daran erinnern, als die Twin Towers 1966 gebaut wurden. Ihr Verschwinden hinterlässt bei mir den Eindruck, dass der Stadt etwas fehlt. (Sal Sax, USA)

Die Remembrance Flag von Joanne Galvin, bestehend aus vier Sternen und dem Schriftzug: 11.9.2001 (Foto: DW)

Die "Remembrance Flag" von Joanne Galvin aus den USA

Nach dem 11. September haben mein Mann und ich eine Gedenk-Fahne kreiert. Diese Fahne ist ein Symbol, das zu Ehren derer gezeigt werden soll, die ihr Leben verloren haben. Auf diese Weise konnten wir helfen, für verschiedene Hilfsprojekte rund um 9/11 Spenden zu sammeln. Wir dürfen diesen Tag niemals vergessen! (Joanne Galvin, USA)

Viele dachten, dass Madrid auch ein Ziel sein könnte. Und so war es auch zweieinhalb Jahre später bei dem Attentat in Madrid. Ich war vor Ort als Psychologin im Einsatz und behandelte die Opfer mit Gehirnverletzungen. Mein Fazit: Die Bedrohung ist global. Alle Länder und Institutionen müssen kooperieren.´Wenn wir es nicht tun, werden sie ihre Methoden weiterentwickeln. Es darf nie wieder passieren! (Elena Lorente, Spanien)

Die Supermacht USA in der Kritik

Meine Welt wurde zu einer Welt voller Misstrauen und Angst. Mein geliebtes Land wurde zu einem Polizeistaat, in dem die Menschenrechte hinter der Sicherheit zurückstehen mussten. Wie unsere Gründerväter einst sagten: "Diejenigen, die ihre Freiheit zu Gunsten der Sicherheit aufgeben, merken oft, dass sie weder Freiheit noch Sicherheit haben". (Owen Perkins, USA)

Wir geben so viel Geld für unsere Verteidigung aus – und erlauben 20 Männern mit Teppichmessern nicht nur, zwei der größten Gebäude in unserem Land zu zerstören, sondern auch noch das Pentagon zu bombardieren. Ich habe jetzt ein düsteres Bild von unserer Regierung - einer Regierung, die ihre Bürger nicht beschützen kann! (Anthony Guadagno, USA)

Ich war schockiert, aber ich ahnte, dass es eines Tages so kommen würde. Ich bin ein Amerikaner, der viele Jahre in Deutschland gelebt hat. Ich kenne die Geschichte und verstehe, dass die Vereinigten Staaten sehr viel Hass in der Welt auf sich gezogen haben. Wahrscheinlich auch wegen der Jahre, als die USA selbst den Terrorismus unterstützt haben. Erinnern Sie sich an Argentinien, Guatemala, oder Vietnam? (Ken Schuffler, USA)

Die Welt - zehn Jahre danach

Louis Mtangi (Foto: DW)

Louis Mtangi wünscht sich, dass die Gewalt ein Ende nimmt

In all diesen Jahren, die vergangen sind - und das sind nahezu zehn Jahre - haben sich viele Dinge ereignet: der Krieg gegen Afghanistan, der Krieg gegen den Irak, der Krieg gegen den Terrorismus, der Dialog der klugen Köpfe in den Diskussions-Foren, die zu dem Schluss kommen, dass der Dialog der Zivilisationen und der Kulturen nötig ist. Und schließlich gibt es da auch die arabischen Revolutionen und die Beseitigung der diktatorischen Regime in der Region. (Mohammed Abdel Rahim, Ägypten)

Es war ein furchtbar gefährlicher Tag. Oh Leute, wann wird der Terrorismus gestoppt? Lasst uns zu Gott beten, dass er die Welt wieder so herstellt wie sie vorher war. Gewalt ist jetzt überall, auch in Europa und Afrika. Die Vereinten Nationen sollten helfen, dass es wieder Frieden und Gerechtigkeit in Afrika und Europa gibt. (Louis Mtangi)

Eine gerechtere Welt ist im Interesse der ganzen Welt! (Diamil Kebe)

Zusammenstellung: Birgit Görtz
Redaktion: Daniel Scheschkewitz