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Reise

Wie gut lässt es sich in Europa baden?

Der neue Badegewässer-Bericht der EU ist da. In fünf Ländern waren mindestens 95 Prozent der Badegewässer von "ausgezeichneter Qualität". Ein kurzer Überblick.

Bildergalerie: Sommer Deutschland 2013 (picture-alliance/dpa)

Außenalster in Hamburg

Der Sommer kommt und mit ihm die Badesaison - egal ob am Meer, in Flüssen oder Seen. Der am Dienstag in Kopenhagen vorgestellte EU-Bericht zur Qualität der Badegewässer gibt Hinweise, wo es sich 2017 gut baden lässt - auch wenn die Daten aus dem vergangenen Sommer stammen. 

Wie ist es um die Gewässer in der EU bestellt?
Im vergangenen Jahr hatten laut dem neuen Bericht 97,2 Prozent aller Küstenbadegewässer und 94,3 Prozent aller Binnenbadegewässer in der EU eine mindestens "ausreichende" Qualität und damit entsprachen sie dem in der Badegewässer-Richtlinie festgelegten Mindestqualitätsstandard. Im Vergleich zur Saison davor verbesserte sich die Qualität erneut.

Warum haben es Länder mit Meereszugang grundsätzlich leichter?
Die Wasserqualität an Küsten ist generell besser als an Binnenbadegewässer. Laut Umweltagentur liegt das an der höheren Selbstreinigungsfähigkeit des Meeres. Außerdem liegen viele Badestellen an kleineren Seen und langsam fließenden Flüssen, die insbesondere im Sommer nach starkem Regen anfälliger sind für kurzzeitige Verschmutzungen.

Griechenland Insel Milos Kykladen (picture-alliance/robertharding)

Griechische Insel Milos, Kykladen

Welche EU-Länder sind in Sachen Badestellen die besten?
In fünf Ländern waren mindestens 95 Prozent der Badegewässer von "ausgezeichneter Qualität": Luxemburg (alle elf Badegewässer), Zypern und Malta (99 Prozent der Badegewässer) sowie Griechenland (97 Prozent) und Österreich (95 Prozent). In Deutschland bekamen 90,8 Prozent der aufgelisteten Badestellen das höchste Label "excellent".

Wie viele "mangelhafte" Badegewässer gibt es in der EU?
Von 2015 bis 2016 ging die absolute Zahl der mangelhaften Badegewässer zurück: und zwar von 383 auf 316. Bei 93 Badegewässern wurde der Zustand von "mangelhaft" auf "ausreichend" heraufgestuft. 72 Badegewässer rutschten dagegen ins "mangelhaft" ab.

Wo sind die meisten mangelhaften Gewässer in der EU?
Die drei EU-Länder mit der höchsten Anzahl sind Italien (100 Badegewässer von 5518 untersuchten; entspricht 1,8 Prozent), Frankreich (82 Badegewässer von 3359; 2,4 Prozent) und Spanien (39 Badegewässer von 2191; 1,8 Prozent). Den höchsten Anteil an Badegewässern mit mangelhafter Qualität verzeichneten jedoch Irland (4,3 Prozent/6 Badegewässer), Großbritannien (3,2 Prozent/20
Badegewässer) und die Slowakei (3 Prozent/ein Gewässer).

Welche Gewässer sind in Deutschland "mangelhaft"?
In Deutschland haben nur fünf Badestellen das Rating "poor": eine an der Ostsee in der Nähe der Insel Rügen in Tremt (Gemeinde Sundhagen), eine am Fluss Kocher in Baden-Württemberg (Kocherbadebucht in Künzelsau), eine am Finsterroter See in Wüstenrot (ebenfalls Baden-Württemberg) sowie zwei Badeplätze am See Dümmer (im niedersächsischen Lembruch).

Was passiert jetzt an den mangelhaften Gewässern?
Laut EEA gibt es zunächst nur Empfehlungen: So sollte für alle Badegewässer, die in der Saison 2016 eine mangelhafte Wasserqualität aufwiesen, in der Saison 2017 ein Badeverbot verhängt oder zumindest vom Baden abgeraten werden. Außerdem sollen Maßnahmen ergriffen werden, um die Verschmutzungen zu verringern oder zu verhindern. "Wird in fünf aufeinanderfolgenden Jahren ein Badegewässer als mangelhaft klassifiziert, ist es mit einem dauerhaften Badeverbot zu belegen beziehungsweise mit einem dauerhaften Warnhinweis zu versehen, mit dem vom Baden abgeraten wird." Ein fünftes "mangelhaft" hintereinander droht in Deutschland übrigens dem Finsterroter See bei den anstehenden Messungen 2017.

Österreich Pertisau Kühe über Achensee (picture-alliance/ZB/A. Engelhardt)

Achensee in Österreich

Was ist der Hintergrund des Berichts zu den Badegewässern?
Die Europäische Umweltagentur in Kopenhagen erklärt, Europa sei "das beliebteste Urlaubsziel weltweit" und die Tourismusbranche ein "Schlüsselsektor" der Wirtschaft. Er generiere mehr als 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der EU und beschäftige etwa 12 Millionen Bürger.

Die Wettbewerbsfähigkeit hänge von der Qualität der Reiseziele und eben auch der Badegewässer ab. Noch vor 40 Jahren sei in viele Badegewässer in Europa unkontrolliertes oder nur unzureichend behandeltes Abwasser eingeleitet worden. Die zunehmende Zahl von Strandbesuchern bei gleichzeitig verschmutzten Stränden, die Sorge um die Gesundheit der Badegäste und das immer mehr wachsende Umweltbewusstsein ebneten demnach den Weg zur ersten Badegewässer-Richtlinie 1976. (Quelle: Studie der Europäischen Umweltagentur (European Environment Agency/EEA)

Gregor Tholl (dpa)

 

 

 

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