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Kultur

Wie gefährlich wird "Katrina" für New Orleans?

Hurrikan "Katrina" hat die Südküste der USA erreicht: Mit einer Geschwindigkeit von rund 220 Kilometern pro Stunde nähert sich der Wirbelsturm New Orleans. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht ins Landesinnere.

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So sieht "Katrina" auf der Wetterkarte aus


"Katrina" ist über dem Golf von Mexiko leicht nach Osten abgedreht - was zumindest hoffen lässt, dass New Orleans das Allerschlimmste erspart bleiben könnte. Dennoch: "Katrina" war als ein Wirbelsturm der Kategorie 5 angekündigt. Das ist die gefährlichste Stufe auf der Saffir-Simpson-Skala für Hurrikane. Inzwischen wurde die Sturmstärke um ein Grad zurückgestuft. Entwarnung bedeutet das aber nicht.

Der Wirbelsturm bildete sich über den Bahamas und fegte vergangenen Donnerstag als Sturm der Kategorie 1 über den Süden Floridas hinweg. Neun Menschen kamen ums Leben. Über dem Golf von Mexiko gewann der Sturm an Kraft.

New Orleans zwangsevakuiert

Hurrikan Katrina überflutete Straße unterhalb New Orleans

Die ersten Wassermassen sind schon da

Für die weltberühmte Jazz- und Touristenmetropole New Orleans wurde wegen erwarteter massiver Überflutungen eine Zwangsevakuierung verfügt - zum ersten Mal in der US-Geschichte. US-Präsident George W. Bush wandte sich am Sonntag (28.8.) an die Öffentlichkeit und rief die Menschen in den bedrohten Gebieten persönlich dazu auf, den Anweisungen zu folgen. Bush erklärte am Wochenende Louisiana und Mississippi zu Katastrophengebieten: Das ermöglicht rasche Bundeshilfe, sollten die Auswirkungen des Wirbelsturms allzu arg werden.

Eine Stadt bereitet sich vor

Mit der Ankunft der ersten Ausläufer von "Katrina" sind am Montag in der Südstaatenmetropole New Orleans die Lichter ausgegangen. Fernsehsender zeigten Bilder vor Morgengrauen aus einer weitgehend dunklen Stadt. 80 Prozent der 485.000 Einwohner flüchteten bereits ins Landesinnere. Aber viele Menschen in New Orleans haben kein Auto - für sie wurde der "Superdome", das Stadion der Stadt, zur Notunterkunft umfunktioniert. Hier sollten auch Touristen, die die Stadt nicht verlassen können, Schutz suchen. Sie sind nicht selten zu Hunderttausenden in der Stadt. Insgesamt leben in der Region 1,4 Millionen Menschen.

Wirbelsturm Katrina auf dem Weg nach New Orleans

Was wird nach dem Sturm übrig sein?

New Orleans liegt rund 1,80 Meter unterhalb des Meeresspiegels - und ist an drei Seiten von Wasser umgeben: dem Golf von Mexiko, dem Fluss Mississippi und dem See Pontchartrain. Der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, geht davon aus, dass die erwarteten Wassermassen das Deichsystem der Stadt überfluten werden. Der bisher schwerste Wirbelsturm in New Orleans war vor 40 Jahren der Hurrikan "Betsy", der fast die Hälfte der Stadt unter Wasser setzte.

Ausnahme-Sturm

"Das hier ist ein Albtraumszenario", sagte der Chef der US- Behörde für Katastrophenmanagement (FEMA), Michael Brown. "Katrina" könnte der mächtigste Hurrikan werden, der jemals die USA getroffen hat. "Dieser Sturm hat das Potenzial, viele Menschen zu töten", warnte auch der Direktor des Hurrikan-Zentrums in Miami, Max Mayfield. Es ist der elfte Atlantik-Hurrikan seit 1. Juni. Das sind sieben mehr als normal, erklärte das Hurrikan-Zentrum.

Hurrikan Katrina National Hurricane Center Director Max Mayfield

Max Mayfield, Direktor des National Hurricane Center

Mit Windgeschwindigkeiten von fast 280 Stundenkilometern in ihrem Zentrum entwickelte "Katrina" bereits mehr Kraft als "Camille", die 1969 in Mississippi mehr als 250 Menschen in den Tod gerissen hatte. "Katrina" könnte bis zu zehn Meter hohe Flutwellen erzeugen und die Wassermassen 15 Kilometer weit ins Inland treiben. Überhaupt sind seit Beginn der Wetteraufzeichnungen nur drei Hurrikans der Stärke 5 auf US-Festland geprallt: neben "Camille" noch "Andrew" im Jahr 1992 und ein namentlich nicht genannter Hurrikan aus dem Jahr 1935. (arn)

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