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Sport

"Wie der Startschuss für Olympia"

Schlicht, modern und funktional wird die Kleidung der deutschen Athleten bei den Spielen in Rio de Janeiro sein. Zwar fahren mehr deutsche Sportler dorthin als nach London - die offizielle Medaillenprognose sinkt jedoch.

Fetzige Musik, coole Tänzer, ein Topmodel und gut gelaunte deutsche Athleten - mit einer rasanten Modenschau hat eine Auswahl des deutschen Aufgebots die Kollektion für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro präsentiert. Über 75 Teile umfasst das gesamte Outfit von der Sonnenbrille bis zum Turnschuh - selbst ein Parka und eine Regenjacke durften dabei nicht fehlen. Am 5. August werden die Sportler unter anderem in schwarzen Schuhen mit Schnürsenkeln und Sohlen in den deutschen Farben schwarz, rot und gold einlaufen. "Unsere Athletinnen und Athleten werden sich in der technologisch hochwertigen Funktionskleidung und dem modischen Design nicht nur sehr wohlfühlen, sondern Deutschland auch optisch hervorragend vertreten", sagte der Vorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes Michael Vesper, der vor allem die "tolle Show" lobte.

Die gute Stimmung war den Sportlern auch danach noch anzumerken. "Das hat sich wie ein Startschuss für Olympia angefühlt", fand Hockey-Olympiasieger Philipp Rabente, der beim Entwurf des Designs vorab ein Wörtchen mitreden durfte. "Eine tolle Erfahrung. Die Kleidung ist elegant und super angenehm. Man kann sich darin wohlfühlen." Auch bei den weiblichen deutschen Vertretern kam das Outfit gut an. "Bei uns Frauen achtet man schon darauf, was man anhat. Ich finde die Kollektion richtig cool", erklärte etwa Fußballerin Melanie Leupolz im Interview mit der Deutschen Welle. "Die Tänzer haben eine tolle Choreographie hingelegt. Wir Sportler hatten nur eine kurze Probe - aber Sportler lernen sehr schnell und können sich das schnell merken." Model-Qualitäten wie Lena Gercke, die ebenfalls bei der Modenschau auftrat, habe sie aber keine, betonte Leupolz.

20.000 Euro für Gold

Am Rande der Veranstaltung gab sich Vesper, der Chef de Mission, betont optimistisch, was die Bedenken rund um die Themen schleppender Kartenverkauf, Sicherheit und termingerechte Fertigstellung der U-Bahn-Linie in der Ausrichterstadt angeht. "Die Behörden in Rio sind überzeugt, dass sie die Sicherheit gewährleisten werden. Ich gehe davon aus, dass die Sicherheitsmaßnahmen dort mit Augenmaß durchgeführt werden und die fröhliche brasilianische Atmosphäre nicht stören", sagte Vesper der DW. "Ich glaube, dass die Stadien voll sein werden und dass der Appetit mit dem Essen kommt." Rund neun Millionen Euro wird die deutsche Olympia-Mission kosten. "Dafür leben die Sportler nicht in Fünf-Sterne-Hotels, sondern in Doppelzimmern in Sechser- oder Achterappartements."

Sotschi 2014 Michael Vesper Chef de Mission (Foto: JUNG YEON-JE/AFP/Getty Images)

Michael Vesper gibt sich rundum optimistisch

Laut DOSB werden rund 450 deutsche Athleten bei den Olympischen Spielen in Rio (5. bis 21. August) an den Start gehen - in London vor vier Jahren waren es 391 Sportler. "Wir freuen uns, mit einer großen Mannschaft in Rio anzutreten, voraussichtlich größer als in London 2012 und auch größer als in Peking 2008, weil sich allein fünf Mannschaften in den Spielsportarten qualifiziert haben." Beide Fußball- und Hockeymannschaften sowie die Handball-Männer sind dabei. Dennoch senkte der DOSB die Medaillenprognose. "Wir haben den Zielkorridor aktualisiert und sind auf 38 bis 68 Medaillen heruntergegangen", sagte Vesper. "Ich bin aber nicht pessimistisch. Man muss den Korridor nicht unbedingt von unten sehen." Bei den Zielvereinbarungen mit den Spitzenverbänden war eine Zahl zwischen 40 und 70 Medaillen ermittelt worden. In London vor vier Jahren hatte das deutsche Team 44 Medaillen geholt, 41 waren es in Peking 2008. Olympiasieger kassieren eine Prämie von 20.000 Euro, wie Vesper bestätigte. "Das ist nicht vergleichbar mit anderen Ländern, aber eine Anerkennung. Ich hoffe, dass wir viel Geld ausgeben müssen."

Olympianovizen und -oldies

Bereits in der Messe Düsseldorf, wo die Modenschau stattfand, bekamen vor allem die Olympia-Debütanten einen Eindruck davon, was sie im Olympischen Dorf erwartet. "Ich kannte vorher niemanden, aber das geht ja ganz schnell", befand Leupolz. "Das ist schon cool, hier zu sein und mit den anderen zu quatschen", sagte auch Lisa Hahner, deutsche Meisterin im Marathon und Zwillingsschwester von Anna Hahner, die ebenfalls zum ersten Mal Olympialuft schnuppern könnte. Die Geschwister saßen bereits am Vorabend mit Doppel-Olympiasieger Moritz Fürste zusammen. "Natürlich tauscht man sich bei so vielen unterschiedlichen Sportarten aus, ist doch klar", sagte der Hockey-Routinier, der sich nach der Show ein Selfie mit Topmodel Lena Gercke sicherte.

Deutschland Düsseldorf Präsentation der Bekleidung der deutschen Mannschaft für Olympia (Foto: icture-alliance/dpa/B. Thissen)

Topmodel Lena Gercke gab den Athleten einige Tipps für den Laufsteg

Noch ist nicht klar, ob alle der 20 "Athleten-Models des Tages" auch tatsächlich in Rio dabei sind - Nominierungsschluss beim DOSB ist der 12. Juli. Die Hahner-Zwillinge konnten sich beide sportlich qualifizieren, doch Anna Hahner bangt noch um ihren Platz. "Es gibt noch eine Äthiopierin, die möchte Deutsche werden und könnte mich aus dem Team werfen", erklärte sie mit Blick auf ihr schwarz-rot-goldenes Outfit wehmütig. "Wenn man das hier so mitbekommt und die Kleider anhat, dann will man natürlich auch unbedingt dabei sein."