1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Wie der Klimawandel die Finanzmärkte wandelt

Der Klimawandel ist nicht nur für Politiker und Umweltschützer eine Herausforderung, sondern auch für Börsianer. Doch die finanziellen Risiken können sich je nach Wahl des Anlagekonzepts rasch auch in Chancen verwandeln.

Die Frankfurter Wertpapierbörse

Hätten umweltfreundliche Anlagekonzepte hier eine Chance?

Was haben die Finanzmärkte den ökonomischen Herausforderungen des Klimawandels entgegenzusetzen? Wie können geeignete Finanzinstrumente dazu beitragen, die finanziellen Folgen steigender Naturkatastrophen- und Wetterrisiken zu bewältigen? Und welche Rolle spielt der Emissionshandel bei der Finanzierung weltweiter Klimaschutzaktivitäten? Mit diesen Fragen hat sich die neue Studie der Deutschen Bank, "Klimawandel bewältigen - Die Rolle der Finanzmärkte", auseinander gesetzt.

Ein überraschendes Ergebnis der Studie ist dabei, dass der Klimawandel auch Chancen für die Finanzmärkte birgt. So könnten diese finanzielle Anreize für den Klimaschutz schaffen: beispielsweise mit so genannten Umweltdarlehen oder speziellen Investmentsfonds mit Aktien von Firmen, die Produkte und Technologien zum Klimaschutz entwickeln.

Die Banken als Partner für den Umweltschutz?

Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank (Archivfoto)

Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank (Archivfoto)

Norbert Walter, Chefvolkswirt bei der Deutschen Bank, sieht in den Banken sogar starke Partner für den Umweltschutz. Die Banken könnten schon bei der Kreditvergabe darauf achten, umweltfreundliche Investitionen preiswert zu finanzieren. Risiken für die Umwelt müssten sich auch schon in der Finanzierung widerspiegeln. "Und das hat natürlich auch eine Lenkungswirkung, das heißt Investitionen und Anlagen werden dann auch in eine gesellschaftlich gewünschte Richtung gedrängt."

Die Politik versucht die Unternehmen bereits seit Jahren in eine solche umweltschützende Richtung zu drängen: mit dem so genannten Emissionshandel. Mit ihm ist ein neuer Markt für Emissionszertifikate entstanden.

Mehr Risiken müssen besser verteilt werden

Für den Autor der Studie, Christian Weistroffer, könnte auf diesem Markt allerdings weitaus mehr passieren als der reine Handel mit Zertifikaten: "Der Emissionshandel ermöglicht aber noch zusätzliche Mechanismen. Und das ist eben die Möglichkeit, Emissionsgutschriften zusätzlich zu generieren. Das heißt, man kann eben nicht nur bei sich selber ansetzen und Emissionen einsparen, sondern man kann auch Projekte initiieren, bei denen man im Ausland, in Schwellen- und Entwicklungsländern zum Beispiel, Emission einspart." Beispielsweise mit der Finanzierung neuer Klimaschutzprojekte.

Laut Studie wird der Klimawandel auch im Anleihenbereich Folgen zeigen: Hier wird der Handel mit der Versicherung von Wetter- und Naturkatastrophen stark wachsen. Künftig könnten dann auch kleinere und private Anleger in so genannte Katastrophen-Anleihen investieren - nicht nur wie bisher die großen Versicherer. Das wäre insofern ein Vorteil, als dass die Risiken der veränderten Klimabedingungen dadurch weltweit auf zahlreiche Investoren verteilt werden würden.

Klimastudie als Imageaufheller Doch das ist alles noch Zukunftsmusik: Angebote für solche Risiko-Fonds gibt es in Deutschland bislang nicht - und daher auch keine Zahlen, die diese Einschätzungen belegen könnten. Daher geht die Investition in die Studie "Klimawandel bewältigen - Die Rolle der Finanzmärkte" für die Deutsche Bank auch über den rein geschäftlichen Aspekt hinaus, wie Norbert Walter betont: "Es ist offenkundig, dass sie darüber hinaus auch etwas mit Reputation zu tun hat. Ich glaube, dass diese Debatte, was verantwortlicher Umgang mit diesem Planeten und mit unserer Gesellschaft ist, das Thema Klimawandel das gesamte Leben umfasst."

Die Redaktion empfiehlt