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Spannungen in Südafrika

Widerstand gegen Südafrikas Präsidenten Jacob Zuma wächst

Eine umfassende Kabinettsumbildung sollte für Südafrikas angeschlagenen Präsidenten Zuma ein Befreiungsschlag werden. Doch der geschasste Finanzminister Gordhan macht gegen ihn mobil.

Pravin Gordhan (Getty Images/AFP/G. Khan)

Beliebt und international anerkannt: Südafrikas entlassener Finanzminister Pravin Gordhan

Der ANC (Südafrikas Regierungspartei), die Demokratie und die Gesellschaft in Südafrika befänden sich in einer Krise, sagte der abgesetzte Finanzminister Pravin Gordhan in einer Ansprache in Johannesburg bei einer Gedenkfeier für den verstorbenen Anti-Apartheid-Kämpfer Ahmed Kathrada. "Es ist sehr klar, wer das Problem ist und was das Problem ist", sagte Gordhan mit Blick auf Zuma. Die Zuhörer unterbrachen die Rede des Ex-Ministers immer wieder mit "Zuma muss weg"-Rufen.

Präsident Jacob Zuma im Parlament (Reuters/S. Hisham)

Unter Druck: Südafrikas Präsident Jacob Zuma

Machtkampf mit Zuma

Präsident Zuma hatte am Donnerstag in einer radikalen Kabinettsumbildung den weithin anerkannten und beliebten Finanzminister Gordhan sowie mehrere weitere Minister entlassen. Insgesamt zehn Kabinettsposten besetzte Zuma neu, führende Politiker des regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC) mussten ihre Stühle räumen.

Hintergrund für Gordhans Entlassung dürfte ein Machtkampf mit Zuma sein. Der Präsident steht wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck, während Gordhan als Anti-Korruptions-Kämpfer gesehen wird. Zuletzt hatten sich beide unter anderem über eine Begrenzung der Staatsausgaben gestritten. In dem Konflikt wurde Gordhan von mehreren Kabinettsmitgliedern unterstützt. Auch internationale Investoren hatte er auf seiner Seite.

Im Einklang mit Zuma

Gordhans Nachfolger im Amt des Finanzministers, Malusi Gigaba, zeigt sich loyal zu seinem neuen Chef. Er kündigte an, den Reichtum im Land umzuverteilen. In einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz sagte er, der Reichtum befinde sich in der Hand eines kleinen Teils der Bevölkerung. Dies müsse sich ändern.

Malusi Gigaba (Getty Images/AFP/G. Guercia)

Finanzminister Malusi Gigaba steht treu an der Seite von Präsident Jacob Zuma

Seine Äußerung ist auf einer Linie mit populistischen Ankündigungen von Präsident Zuma. Dieser hatte zuletzt gesagt, für eine Verfassungsänderung eintreten zu wollen, die die Enteignung weißer Farmer ohne Entschädigung ermöglichen soll. Das schürte Sorgen, dass es in Südafrika zu ähnlichen Entwicklungen wie in Simbabwe kommen könnte, wo die Wirtschaft nach den Enteignungen kollabierte.

fab/rk (rtr, afp)