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Amerika

WHO: Zweithöchste Warnstufe für Schweinegrippe

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht eine weltweite Ausbreitung der unmittelbar bevor. Peru meldet als erstes lateinamerikanisches Land neben Mexiko einen Krankheitsfall.

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Die Analyse des Schweinegrippe-Erregers ist kompliziert.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hob ihre Pandemie-Warnung am Mittwochabend um einen Rang auf die zweithöchste Stufe fünf an. Die Welt sei auf eine Pandemie aber besser vorbereitet als je zuvor in der Geschichte, sagte die Chefin der UN-Organisation Margaret Chan und warnte vor Panik. Es war bereits die zweite Verschärfung seit Anfang der Woche. Bei Stufe 5 geht die WHO davon aus, dass die meisten Länder in diesem Stadium noch nicht betroffen sind. "Die Ausrufung der Phase 5 ist aber ein starkes Signal, dass eine Pandemie bevorsteht und die Zeit für einen Abschluss der Organisation und Umsetzung der geplanten Schutzmaßnahmen kurz ist", heißt es in den Erläuterungen.

Erster Fall in Peru

Als erstes lateinamerikanisches Land neben Mexiko hat Peru am Mittwoch einen ersten Fall von Schweinegrippe im Land bestätigt. Es handelt sich dabei um eine 27-jährige Argentinierin, die auf einem Flug von Mexiko über Panama in ihre Heimat hohes Fieber, Niesen und Nasenbluten bekam. Daraufhin machte die Airlines Zwischenstopp in Lima, Peru. Die Regierung ordnete daraufhin einen Stopp von Flügen nach und aus Mexiko an. Bereits am Dienstag hatten Kuba, Ecuador und Argentinien Flüge aus und nach Mexiko eingestellt oder beschränkt.

Komplizierte Analyse

Japan Schweinegrippe Gesundheitsmitarbeiter auf dem Flughafen von Narita Tokyo

Strenge Kontrollen an den Flughäfen

Der Zustand der Argentinierin sei stabil, teilt der peruanische Gesundheitsminister Oscar Ugarte. Zwar sei die Analyse des Grippe-Erregers bisher noch nicht "hundertprotzentig" abgeschlossen, sagte der peruanische Gesundheitsminister Oscar Ugarte, "doch für uns ist dies der erste Fall". Die Analyse des Schweinegrippe-Erregers ist äußerst kompliziert, Viren müssen teilweise in Laboratorien nach Atlanta, USA geschickt werden, um die genaue Eiweißstruktur des Schweinegrippe-Erregers zu isolieren. Auch Costa Rica meldet einen "dringenden Verdachtsfall", ma warte aber bisher auf die Bestätigung aus einem Labor in Atlanta, so die Gesundheitsministerin Costa Ricas, María Luisa Avila.

Verdachtsfälle in der ganzen Region

Auch in Guatemala, El Salvador, der Dominikanischen Republik und fast allen Ländern Südamerikas - außer in Uruguay, Paraguay und Bolivien - werden Verdachtsfälle untersucht. Reisende, die aus Mexiko oder den Vereinigten Staaten einreisen, werden streng kontrolliert, an den Flughäfen werden Schutzmasken verteilt. Die Gesundheitsminister der zentralamerikanischen Länder trafen sich am Dienstag in Managua und forderten die internationale Gemeinschaft auf, sie im Kampf gegen die Krankheit finanziell und mit Medikamenten zu unterstützen.

Zahlen nach unten korrigiert

In Mexiko wurde die Zahl der Toten durch Schweinegrippe erheblich nach unten korrigiert, melden verschiedene Nachrichtenagenturen. Bestätigt sind in dem am schwersten von der Epidemie betroffenen Land bislang nach neuen offiziellen Angaben 26 Schweinegrippe-Infektionen, darunter sieben Todesfälle. Bislang hatten die Behörden höhere Zahlen genannt. Gesundheitsminister José Cordova teilte mit, die Zahl der Neuinfektionen sei ebenfalls gesunken: Es gebe nur sieben weitere Verdachtsfälle.

Schweinegrippe in Mexiko

Mexikanischer Polizist mit Mundschutz

Das neue Grippevirus steht im Verdacht, in Mexiko für insgesamt 159 Todesfälle und 2.498 Erkrankungen verantwortlich zu sein, wie Cordova weiter mitteilte. 1.311 Menschen würden noch in Krankenhäusern behandelt. Der Minister erklärte, viele kämen mit Symptomen, die denen der Schweinegrippe ähnelten, in die Kliniken, litten aber an anderen Krankheiten.

Die mexikanischen Behörden setzten mittlerweile Schnelltests ein, um eine Infektion mit anderen Typen von Grippeviren auszuschließen, sagte Cordova. Um die Ausbreitung der Krankheit zu bremsen, wurden touristische Stätten wie die Pyramiden geschlossen, in der Hauptstadt dürfen Restaurants Essen nur noch außer Haus verkaufen.

Weltweit Fälle bekannt

In Europa sind bisher 13 Fälle von Schweinegrippe bekannt, weitere Fälle gibt es in Kanada, Neuseeland, Australien, Südkorea, Israel und Südafrika. Auch die Schweiz medelt einen ersten Fall - der Infizierte sei von einer Mexiko-Reise zurückgekehrt. In Deutschland sind drei Infektionen bestätigt. In den USA gab es am Montag Abend den ersten Todesfall außerhalb Mexikos: Ein 23 Monate altes Kleinkind in Texas starb in Houston, nachdem er mit seiner Familie von Mexiko zunächst nach Brownsville eingereist war, teilte die US-Seuchenbehörde CDC mit. Insgesamt sind in den USA bisher 64 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt. US-Präsident Barack Obama beantragte beim Kongress 1,4 Milliarden Dollar zur Bekämpfung der Seuche. (ahe/ap/rtr/dpa)

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