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Wissen & Umwelt

WHO: Verwirrung über Antibiotikaresistenzen

Zu Beginn der "Weltwoche für den richtigen Gebrauch von Antibiotika" veröffentlicht die WHO eine Studie, die zeigt, dass vielerorts nicht klar ist, wie und warum Resistenzen entstehen. Es herrscht Aufklärungsbedarf!

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor der "beträchtlichen Gefahr" durch sich weltweit ausbreitende Antibiotika-Resistenzen. Sie hätten ein "gefährlich großes Ausmaß in allen Teilen der Welt " erreicht, sagte WHO-Chefin Margaret Chan bei der Vorstellung der Studie in Genf.

Ein zu häufiger Gebrauch und eine falsche Anwendung sind laut WHO die Hauptgründe für diese Entwicklung. Dazu kommt Unwissenheit: Bei einer großen Zahl der befragten Teilnehmer aus zwölf Ländern wurden bei der Auswertung erhebliche Wissenslücken im Umgang mit Antibiotika festgestellt.

Schlecht informiert

44 Prozent glauben etwa, dass das Resistenz-Problem nur diejenigen betreffe, die Antibiotika nicht richtig einnehmen. Drei Viertel denken, dass der Körper resistent werde, nicht die Bakterien. Und zwei Drittel sind der Meinung, dass es vor allem auf einen sachgemäßen Gebrauch von Antibiotika ankommt.

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Ein Irrglaube. Es könne sich "jeder zu jeder Zeit in jedem Land" mit resistenten Bakterien infizieren, heißt es in der Studie. Die WHO empfiehlt deshalb, Antibiotika nur nach Verschreibung durch den Arzt und streng nach Anweisung bis zum Ende der Behandlung einzunehmen - selbst wenn die Symptome schon abklingen. Außerdem dürften Patienten nicht zu Antibiotika greifen, die ihnen früher schon einmal verschrieben worden seien, und man dürfe niemals Antibiotika an andere zur Einnahme weitergeben.

Situation in Deutschland

In Deutschland sind Resistenzen gegen Antibiotika seltener als in manch anderen europäischen Ländern. Das geht aus Daten hervor, des Robert-Koch-Institituts (RKI). Demnach ist der Anteil Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus - einem der wichtigsten Erreger von Krankenhausinfektionen - hierzulande mit 11,8 Prozent rückläufig. Der europäische Mittelwert stagniere aber trotzdem bei 18 Prozent. Auch in Deutschland gebe es noch "deutlichen Verbesserungsbedarf und neben der positiven Entwicklung auch negative Trends, die unbedingt gestoppt werden müssen", erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler.

Mehr Kontrolle

Die WHO kritisierte bei der Vorstellung der Studie auch, dass die Gesundheitsbehörden vielerorts nicht streng genug gegen den Missbrauch von Antibiotika vorgingen. "Eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts wird weltweit eine Änderung im Verhalten von Individuen und Gesellschaften erforderlich machen", sagte Keiji Fukuda, WHO-Sonderbeauftragter für Antibiotikaresistenzen.

Die Studie ist die erste der WHO zu diesem Thema. Ihre Veröffentlichung leitete eine "Weltwoche für den richtigen Gebrauch von Antibiotika" der WHO ein. Sie dauert bis Sonntag. 10.000 Menschen aus zwölf Ländern wurden im Rahmen der Studie befragt: Barbados, China, Ägypten, Indien, Indonesien, Mexiko, Nigeria, Russland, Serbien, Südafrika, Sudan und Vietnam.

ng/cd (dpa, afpd, rtr)

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