WHO: Verletzte Syrer in Duma weisen Giftgas-Symptome auf | Aktuell Nahost | DW | 11.04.2018
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Syrien

WHO: Verletzte Syrer in Duma weisen Giftgas-Symptome auf

Die Hinweise auf einen Giftgas-Angriff im syrischen Duma verdichten sich. Nach UN-Angaben zeigen rund 500 Krankenhauspatienten Anzeichen und Symptome eines Chemiewaffen-Einsatzes.

Ein Bild, das die syrische Organisation Weißhelme, die den Rebellen nahesteht, am Sonntag verbreitet hat (picture alliance/AP Photo/Syrian Civil Defense White Helmets)

Ein Bild, das die syrische Organisation Weißhelme, die den Rebellen nahesteht, am Sonntag verbreitet hat

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht deutliche Anzeichen für einen Giftgaseinsatz in Syrien. Die Symptome der rund 500 Betroffenen in Duma in der Rebellenhochburg Ost-Ghuta entsprächen einer Belastung mit giftigen Chemikalien, teilte die WHO in Genf mit. Die WHO verurteilte den mutmaßlichen Angriff und forderte ungehinderten Zugang zu dem betroffenen Gebiet, um zu helfen und die Folgen zu bewerten.

Die Behörde stützt sich auf Angaben von Gesundheitspartnern vor Ort. Besonders Anzeichen von schweren Irritationen der Schleimhäute, Atemversagen und Störungen des Zentralnervensystems seien bei den Frauen, Männern und Kindern aufgetreten. 

Nach Informationen der WHO sind mehr als 70 Menschen, die während der Angriffe in Kellern Schutz gesucht hatten, gestorben. 43 Todesfälle seien auf die Belastung mit besonders giftigen Substanzen zurückzuführen. 

Die WHO selbst ist nicht zuständig für die Untersuchung von Giftgas-Angriffen. Die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) kündigte an, in Kürze Experten in die syrische Stadt zu schicken, um den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff zu untersuchen. 

UN fordern Zugang

"Wir sollten empört sein über diese entsetzlichen Berichte und Bilder von Duma", sagte Peter Salama von der WHO. Die Behörde fordere sofortigen ungehinderten Zugang zu dem betroffenen Gebiet, um dringend benötigte Hilfe für die Notleidenden anzubieten. UN-Hilfsorganisationen können bislang nicht in die Enklave Ost-Ghuta und die dazu zählende Rebellenbastion Duma. 

Der Westen macht den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad für den mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen verantwortlich. Die syrische Regierung hat erklärt, sie habe mit dem Vorfall in Duma nichts zu tun.

stu/djo (dpa, rtr)

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