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Aktuell Afrika

WHO verkündet Ende der Ebola-Epidemie in Guinea

Mehr als 11.300 Tote und über 28.000 Infektionen - Ebola hat in Westafrika seine Spuren hinterlassen. Nun wird in Guinea ein Ende der Epidemie ausgerufen, doch Forscher warnen vor Langzeitwirkungen.

Innerhalb von 42 Tagen seien in dem westafrikanischen Land keine Neuinfektionen mehr verzeichnet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mit. Seit Beginn des Ausbruchs Ende 2013 starben allein in Guinea mehr als 2500 Menschen an der Virus-Erkrankung, über 3800 Ebola-Fälle wurden registriert.

Schwerpunktländer der Epidemie waren neben Guinea, Liberia und Sierra Leone. Liberia wurde im September als Ebola-frei deklariert. Die WHO geht davon aus, dass die Krankheit ausgerottet worden ist. Erfolgreiche Versuche mit einem Ebola-Impfstoff waren mit der Grund für das Ende der Epidemie. In klinischen Tests habe ein 100-prozentiger Impfschutz des neuen Präparats festgestellt werden können. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" warnt jedoch weiter davor, die internationalen Anstrengungen im Kampf gegen die Epidemie nicht zu vernachlässigen.

Auch die Bundesregierung hatte sich an Maßnahmen gegen die Eindämmung der Seuche beteiligt. 30 Millionen Euro wurden für Impfmaßnahmen und die Stärkung von Gesundheitssystemen bereitgestellt. Die Mittel waren Teil der Zusagen, die bei der Geberkonferenz der globalen Impfallianz Gavi gemacht wurden. Dazu wurde in der Hochphase der Krankheit medizinisches Personal der Bundeswehr nach Westafrika entsandt.

Langzeitwirkungen von Ebola unklar

Dennoch werden Mediziner die Entwicklungen weiter beobachten müssen, denn Forscher sehen immer noch ein enormes Gefährdungspotenzial. Hier stehen die Männer im Mittelpunkt der Untersuchungen. Sie könnten nach einer überstandenen Ebola-Erkrankung noch mindestens neun Monate Bestandteile des Erregers in der Samenflüssigkeit haben. Das hatte eine Studie mit 93 Überlebenden in Sierra Leone ergeben. Der Nachweis von Ebola-Erbgut heiße aber nicht, dass auch infektiöse Viren vorhanden seien, schrieben die Autoren im "New England Journal of Medicine".

Aber nicht nur gesellschaftlich und medizinisch war Ebola für die Region eine Katastrophe, sondern auch wirtschaftlich ist der Schaden für die Region immens. Auf rund 1,4 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) wird von der Weltbank allein der Verlust für den maroden Staatshaushalt Sierra Leones im laufenden Jahr beziffert. Infolge der Krise wird das Bruttoinlandsprodukt um mehr als 20 Prozent sinken. Bei den anderen betroffenen Staaten wird das wirtschaftliche Defizit ähnlich ausfallen.

cgn/fab (epd, rtr, afp)