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Kultur

WHO: Tuberkulose ist ernste Gefahr für Europa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor zunehmender Ausbreitung der Tuberkulose in Europa. Experten der 32 Mitgliedstaaten haben sich getroffen, um eine Deklaration zum Kampf gegen die Krankheit zu erarbeiten.

Röntgenbild von Lungen und Brustkorb mit Oberlappen-Tuberkulose

Röntgenbild von Lungen und Brustkorb mit Oberlappen-Tuberkulose

Tuberkulose stellt für Europa eine ernsthafte Bedrohung dar. In den Ländern der europäischen WHO-Region werden jährlich 455.000 Tuberkulose-Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Todesfälle aufgrund von Tuberkulose-Erkrankungen liegt inzwischen bei 66.000. In Den Haag haben sich am Freitag (6.7.) Experten aus 32 Mitgliedstaaten der WHO-Euro-Region und Vertreter der Europäischen Kommission getroffen, um sich auf den Inhalt einer regionalen Deklaration zur Tuberkulosebekämpfung zu verständigen. Die Deklaration soll auf dem Ministerforum am 22. Oktober in Berlin von den europäischen Gesundheitsministern unterzeichnet werden.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, dpa

Sie muss handeln: Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt

Schmidt: Die Lage ist ernst

Das Papier soll die Menschen in der WHO-Euro-Region und die Gesundheitsminister für den Ernst der Lage sensibilisieren. "Es ist dringend erforderlich, dass die europäischen Staaten gemeinsam den Kampf gegen Tuberkulose verstärken. Wir müssen dafür sorgen, dass die Forschung vorangetrieben und die Behandlung der Tuberkuloseerkrankten nach den Grundsätzen der WHO durchgeführt wird", sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Sie rief alle Länder dazu auf, sich an die vereinbarten Milleniumsziele zu halten und dafür zu sorgen, dass die Zahl der Neuinfektionen und die Todesfälle verursacht durch Tuberkulose minimiert würden.

Osteuropa besonders betroffen

Vor allem in Osteuropa verbreiten sich nach WHO-Angaben gegen Medikamente resistente Bakterienstämme. Sieben Prozent der von Ärzten veranlassten medikamentösen Therapien in der WHO-Region Europa seien unwirksam. Sieben Prozent aller Behandlungen schlagen in diesen Regionen fehl. Dies ist weltweit die höchste Rate. Dr. Risards Zaleskis, Tuberkuloseberater bei WHO EURO in Kopenhagen, warnt in diesem Zusammenhang vor der Ausbreitung multiresistenter Erreger: "Im östlichen Europa verbreiten sich multiresistente Erregerstämme immer weiter. Wenn wir das Problem vor Ort nicht in den Griff bekommen, wird bald auch das westliche Europa sehr viel stärker betroffen sein."

dpa/epa

Indischer Arzt untersucht Tuberkulosepatienten

Mehr Geld für Tuberkulosebekämpfung gefordert

Tuberkulose wurde im Jahr 2005 zum Gesundheitsnotfall in der europäischen WHO-Region erklärt. Ein entschlossenes Vorgehen ist notwendig, um die Zahl der Tuberkuloseinfizierten und die Tuberkulosesterblichkeit bis 2015 zu halbieren und somit die Milleniumsziele zu erreichen. Das europäische Regionalbüro der WHO organisiert das Ministerforum "Gemeinsam gegen Tuberkulose", das am 22. Oktober von der Bundesregierung ausgerichtet wird. Ziel ist es, die Dringlichkeit der Tuberkulosebekämpfung herauszustellen und eine Aufstockung der hierfür verfügbaren finanziellen Mittel zu erwirken. (vem)

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