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Malaria-Prophylaxe

WHO testet neuen Malaria-Impfstoff in Afrika

Alle zwei Minuten stirbt weltweit ein Kind an Malaria. Afrika ist von der Infektionskrankheit am schlimmsten betroffen. In Ghana, Kenia und Malawi plant die WHO deshalb ein Pilotprojekt.

Afrika Malaria Kind hinter Moskitonetz (picture-alliance/epa/S. Morrison)

Ein dreijähriges Mädchen spielt unter einem Moskitonetz in den Slums von Kenias Hauptstadt Nairobi

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen großangelegten Test eines neuen Malaria-Impfstoffes in den afrikanischen Ländern Ghana, Kenia und Malawi angekündigt. Zwischen 2018 und 2020 sollen dort 360.000 Kleinkinder im Alter zwischen fünf und 17 Monaten das Mittel verabreicht bekommen, wie die WHO anlässlich des Welt-Malaria-Tages am Dienstag mitteilte. Die Substanz ist unter dem Namen RTS,S oder Mosquirix bekannt und wird gespritzt.

Zehntausende Menschenleben retten

"Die Informationen, die wir in diesem Projekt sammeln, werden uns helfen, Entscheidungen zu einem breiter angelegten Einsatz dieses Impfstoffs zu treffen", erläuterte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti. Parallel zur Impfung müssen andere vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden - wie etwa die Verwendung von Moskitonetzen, Insektiziden, Abwehrmitteln und Anti-Malaria-Medizin. Moeti geht davon aus, dass der Impfstoff zusammen mit den bereits existierenden Schutzmaßnahmen das "Potenzial hat, zehntausende Menschenleben in Afrika zu retten".

Das neue Mittel entwickelte der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline in Zusammenarbeit mit der Path Malaria Vaccine Initiative. 2015 wurde die Substanz für das Testprogramm zugelassen.

2015 starben weltweit 429.000 Menschen an Malaria. Mehr als 90 Prozent davon in Afrika. Die Infektionskrankheit wird überwiegend durch Stechmücken der Gattung Anopheles übertragen. Die bisherigen Erfolge zeigten, dass sich Investitionen zur Bekämpfung der Tropenkrankheit auszahlten, erklärte die Stiftung Weltbevölkerung in Hannover. Doch der Handlungsbedarf bleibe riesig, so Geschäftsführerin Renate Bähr. 3,2 Milliarden Menschen - mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung - seien noch immer von Malaria bedroht. "Insbesondere für Kinder unter fünf Jahren bleibt die Krankheit eine tödliche Gefahr."

se/as (afp, dpa, kna)

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