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Medizin

WHO: Malaria breitet sich wieder stärker aus

Es schien, als sei die oft tödlich verlaufende Infektionskrankheit auf dem Rückzug. Doch die Weltgesundheitsorganisation warnt jetzt vor einer gefährlichen Trendwende.

USA Stechmücke Anopheles quadrimaculatus in Miami (picture-alliance/dpa/US CfDCaP/EFE)

Weibliche Exemplare der Anopheles-Stechmücke übertragen die Plasmodium-Parasiten, die Malaria auslösen

Die Vereinten Nationen melden Rückschläge im Kampf gegen die Malaria. Erstmals seit mehreren Jahren ist die Zahl der Erkrankungen 2016 wieder gestiegen. Das geht aus dem in Genf veröffentlichten Malaria-Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor. Im vergangenen Jahr wurden weltweit rund 216 Millionen Malaria-Fälle gezählt, im Jahr davor waren es 211 Millionen.

Gleichzeitig sank die Zahl der Malaria-Toten nur geringfügig. Etwa 445.000 Menschen starben Schätzungen zufolge 2016 an dem tropischen Fieber. Das waren rund 1000 weniger als im Vorjahr. Etwa drei Viertel der Malaria-Toten waren Kinder unter fünf Jahren, die meisten in Afrika südlich der Sahara.

Erreger werden resistent

Als eine Ursache für die mangelnden Erfolge in der Malaria-Bekämpfung nennen die WHO-Experten zunehmende Resistenzen der Malaria-Erreger. In 61 von 76 Ländern, die von der Malaria schwer betroffen sind, sei mindestens ein Erreger immun gegen die bislang eingesetzten Wirkstoffe.

Als weiteres großes Problem wird Geldmangel angeführt. 2016 seien zwar 2,7 Milliarden US-Dollar (2,2 Milliarden Euro) für den Kampf gegen Malaria investiert worden. Um langfristige Erfolge gegen die Krankheit zu erzielen, müssten ab 2020 aber mindestens 6,5 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro) jährlich zur Verfügung stehen.

Kriege und Klima-Anomalien

Zudem behindern bewaffnete Konflikte und Klima-Anomalien den Kampf gegen die Malaria, die vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten in Afrika südlich der Sahara vorkommt. Dort traten im vergangenen Jahr 90 Prozent aller Fälle auf. Mit weitem Abstand folgte Südostasien.

Die Malaria wird von Plasmodium-Parasiten ausgelöst, die durch Stiche der weiblichen Anopheles-Mücken übertragen werden. Mit Moskitonetzen, die mit Insektiziden behandelt sind, kann das Ansteckungsrisiko stark verringert werden. Bei rechtzeitiger Diagnose und Medikamentengabe ist die Krankheit zumeist heilbar. Die gefährlichste Art ist die Malaria tropica. Mediziner geben Patienten Kombinationspräparate auf Grundlage des pflanzlichen Wirkstoffs Artemisinin.

Im Jahr 2018 könnte laut WHO ein Pilotprojekt für den Malaria-Impfstoff RTS,S in drei afrikanischen Ländern beginnen. Klinische Tests hätten ergeben, dass RTS,S Kinder vor einer Infektion schützen kann. Allerdings war die Schutzwirkung nicht lückenlos.

jj/fab (dpa, epd)

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