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Afrika

WHO genehmigt ersten Ebola-Schnelltest

Ist es Ebola oder nicht? Das lange Warten auf die Diagnose hat ein Ende. Ein neuer Ebola-Schnelltest liefert jetzt innerhalb von 15 Minuten das Ergebnis und löst damit bisherige aufwendige Verfahren ab.

Ist es Ebola, Malaria oder ein anderes Virus? Ob nun das Fieber eines erkrankten Menschen auf eine Ebola-Virusinfektion zurückgeht oder nicht, kann jetzt ein von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) freigegebener Schnelltest feststellen. Es soll im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika die herkömmliche aufwendige Methode ablösen. Bei dem bisherigen Verfahren werden Blutproben von Patienten auf Viren-Erbgut getestet. Dauer: 12- bis 24-Stunden. Bei dem neuen ReEBOV-Ebola-Test des US-amerikanischen Unternehmens Corgenix werden die Blutproben hingegen auf Proteinverbindungen der Erreger untersucht. Das geht wesentlich schneller: Innerhalb von 15 Minuten liegt die Diagnose vor. Doch die Schnelligkeit ist nicht der einzige Vorteil. Konnte die alte Methode nur von geschultem Personal durchgeführt werden, ist dieser Schnelltest einfach anzuwenden, auch ohne elektrischen Strom, und ist daher besonders für mobile Gesundheitsdienste und abgelegene Gebiete geeignet.

Ergebnisse genauer überprüfen

Allerdings ist der neue ReEBOV Antigen Rapid Test weniger zuverlässig als die herkömmliche Methode. Er diagnostiziert in 92 Prozent der Fälle eine Ebola-Erkrankung und liefert und 85 Prozent das richtige Ergebnis, wenn ein Patient nicht an Ebola erkrankt ist. Aus diesem Grund empfiehlt die WHO, das Ergebnis des Schnelltests mit dem genaueren länger dauernden Test zu bestätigen.

Der Test werde allerdings nicht sofort zum Einsatz kommen. Zunächst müssten aber noch die Kosten kalkuliert werden. Zudem werde die Freigabe durch die US-Gesundheitsbehörden noch ein bis zwei Wochen in Anspruch nehmen.

Seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika haben sich mehr als 23.200 Menschen mit dem meist tödlichen Virus infiziert, davon sind 9380 Menschen gestorben. Die Dunkelziffer sei laut Who deutlich höher. Am stärksten wütet das tödliche Virus in Guinea, Sierra Leone und Liberia. Gegen Ebola gibt es noch kein zugelassenes Medikament und auch Impfstoffe werden zurzeit noch getestet. Besonders in Sierra Leones Hauptstadt Freetown kommt es nach wie vor zu vielen Neuinfektionen. In Guinea und Liberia sind die Zahlen der Neuinfektionen in der vergangenen Woche weitestgehend stagniert.

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