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Deutschland

WHO erhöht Alarmstufe auf fünf

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Pandemie-Alarmstufe wegen der Schweinegrippe von vier auf fünf angehoben. Das ist die zweithöchste Stufe. Inzwischen sind auch in Deutschland Menschen erkrankt.

Flughafenschild (Montage: DW)

Bei der Ankunft bieten Flughäfen ärztliche Hilfe an

Die Alarmstufe fünf steht für eine weit verbreitete Übertragung von Mensch zu Mensch. Stufe sechs würde eine Pandemie bedeuten. WHO-Chefin Margaret Chan rief am Mittwoch (29.04.2009) alle Länder auf, umgehend ihre Pandemie- Notfallplänne zu aktivieren.

Fünf Tage nach den ersten Berichten über die Schweinegrippe hat die Krankheit inzwischen auch Deutschland erreicht. Bei Patienten in Hamburg und in den bayerischen Städten Regensburg und Kulmbach wurde die Krankheit nachgewiesen, die in Mexiko für etliche Todesfälle verantwortlich gemacht wird. Die Bundesregierung appellierte an Bundesbürger, die aus dem Ausland zurückkehren und Grippesymptome haben, sofort den Arzt aufzusuchen.

Informationspflicht in Vorbereitung

Der Leiter des mikrobiologischen Institutes, Hans Wolf, mit Markus Söder (Foto: AP)

Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder informiert sich in Regensburg

"Wir sind in allen Fragen gut vorbereitet, so dass sich die Menschen in Deutschland darauf verlassen können, dass die Regierung das Mögliche und Notwendige tut", versicherte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch. Das zuständige Robert Koch-Institut kündigte an, die Öffentlichkeit täglich über die Grippe zu unterrichten. Notfalls stünden Spezialteams bereit, die in deutsche Regionen ausschwärmen könnten, sagte Institutschef Jörg Hacker. Bis es einen Impfstoff gebe, könnten aber drei Monate plusminus einige Wochen vergehen.

Merkel kündigte zudem an, die nationalen Pläne gegen Grippeepidemien zu überprüfen. Laut Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sind wirksame antivirale Medikamente für zwanzig Prozent der Bevölkerung vorrätig gehalten. Sie bereite außerdem eine neue Verordnung vor, wonach Ärzte - und nicht nur wie bisher Labore - im Verdachtsfall verpflichtet sind, die Gesundheitsämter zu informieren.

Verstärkte Aufmerksamkeit am Flughafen

Forscher (Foto: AP)

Forscher suchen noch nach einem Impfstoff

Auch die Schutzvorkehrungen an deutschen Flughäfen wurden verschärft. In Frankfurt und München befragen Ärzte Reisende, die aus Mexiko kommen, nach Symptomen. Verdachtsfälle seien dabei nicht ausgemacht worden. Auch Nordrhein-Westfalen will am Flughafen Düsseldorf solche Kontrollen einführen. Pflichtuntersuchungen mit Fiebermessgerät vor dem Verlassen der Maschine seien aber nicht geplant, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Er warnte vor Panik: "Es ist kein Todesurteil, die Krankheit zu bekommen. Sie ist gut behandelbar." Die Lufthansa kündigte an, bei Flügen von und nach Mexiko künftig einen Arzt mitfliegen zu lassen. Die so genannten Fliegerärzte sollten die Passagiere untersuchen und beraten.

Den drei Schweinegrippe-Erkrankten in Deutschland geht es nach Angaben der Behörden relativ gut. Eine 22-Jährige wird in der Uniklinik Hamburg mit Anti-Grippe-Mitteln behandelt. Bei der 37-jährigen Frau aus dem bayerischen Kulmbach ist nach Angaben von Landesgesundheitsminister Markus Söder (CSU) bereits eine "vollständige Genesung" eingetreten. Auf dem Wege der Genesung soll sich auch ein 37 Jahre alter Mann befinden, der in der Uniklinik Regensburg behandelt wird. Alle drei waren zuvor in Mexiko gewesen.

Zunehmend weltweite Verbreitung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prüft derzeit, wegen der Schweinegrippe die Alarmstufe von vier auf fünf anzuheben. Stufe fünf steht für eine weitverbreitete Übertragung von Mensch zu Mensch, sechs steht für eine weltweite Pandemie. In den USA ist die Zahl der bestätigten Schweinegrippe-Erkrankungen bei Menschen mittlerweile auf fast 100 gestiegen. Im Bundesstaat Texas starb ein 23 Monate altes mexikanisches Kleinkind an den Folgen der Krankheit - der erste Schweinegrippe-Todesfall außerhalb Mexikos. Die texanische Regierung rief den Notstand aus.

Krisentreffen am Donnerstag

Die EU-Staaten wollen bei einem Krisentreffen am Donnerstag ein gemeinsames Vorgehen absprechen. Die Gesundheitsminister der 27 Mitgliedstaaten und die EU-Kommission kommen in Luxemburg zusammen, um über die Verfügbarkeit von Impfstoffen und über mögliche Reisebeschränkungen zu beraten. Frankreich hat ein vorläufiges Verbot aller Flüge von der Europäischen Union nach Mexiko gefordert. (det/gri/wa/afp/ap/dpa/rtr)

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