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Kultur

Whitbread-Preis ging an Claire Tomalin

Die Autorin Claire Tomalin hat für ihre Biografie des Tagebuchautors Samuel Pepys (1633-1703) den britischen Whitbread-Preis erhalten. Die 69-jährige Schriftstellerin setzte sich am Dienstagabend (28. Januar 2003) in London unter anderem gegen ihren Mann Michael Frayn durch, der mit seinem Roman "Spione" für die Auszeichnung nominiert worden war. Der Vorsitzende der Jury, Ian Hislop, sagte: "Wir wissen eine Menge über Pepys aus seinen Tagebüchern, aber die decken nur neun Jahre ab, und Tomalin hat sein ganzes Leben behandelt." Der seit 1985 verliehene Whitbread-Preis ist mit umgerechnet 40.000 Euro dotiert. Tomalins Pepys-Biografie trägt den Titel "The Unequalled Self" (Das unerreichte Selbst).

Pepys war im 17. Jahrhunder Sekretär der britischen Marine und spielte eine wichtige Rolle in mehreren Seekriegen gegen Holland. Unsterblich aber wurde er durch sein in Geheimschrift verfasstes Tagebuch aus den Jahren 1660 bis 1669. Darin gibt er ungeschminkt über alle Bereiche seines Lebens Auskunft, von der täglichen Verdauung bis zu seinen zahlreichen amourösen Abenteuern. Seeschlachten und Krönungen stehen neben Ehekrach und Tennisspielen, die Pest und das große Feuer von London neben Theaterbesuchen und der Annahme von Schmiergeldern. Das macht das Tagebuch zu einer einzigartigen historischen Quelle.

  • Datum 29.01.2003
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