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Aktuell Welt

Wettlauf gegen die Zeit auf den Philippinen

Auf den Philippinen steigt die Opferzahl - eine Woche nach Durchzug des verheerenden Taifuns. Mindestens 4460 Menschen überlebten "Haiyan" nicht. Die USA starten ihren wohl größten humanitären Armeeeinsatz aller Zeiten.

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Wettlauf gegen die Zeit

Eine Woche nach der Naturkatastrophe auf den Philippinen haben die Vereinten Nationen neue Zahlen veröffentlicht. Ein UN-Sprecher teilte mit, 4460 Tote seien nun bestätigt. Insgesamt seien etwa zwölf Millionen Menschen betroffen. 920.000 von ihnen haben ihr Zuhause verloren. Die Behörden rechnen mit einer weiter steigenden Opferzahl.

Die Zeit drängt. Hunderttausende Philippiner mussten tagelang ohne Wasser, ohne Essen, ohne Toiletten in den Trümmerbergen ausharren. Am Donnerstag sorgten heftige Regengüsse für weitere Überschwemmungen. Viele Opfer des Supertaifuns sind nach Angaben der Krisenhelfer traumatisiert. Die USA greifen ihrem Bündnispartner in Asien nun mit einem gewaltigen Aufgebot an Manpower und Material unter die Arme.

Heftige Regenfälle verursachen neue Überschwemmungen in Tacloban (Foto: rtr)

Heftige Regenfälle verursachen neue Überschwemmungen in Tacloban

Hubschrauber starten und landen im Minutentakt

Vor der Küste trafen der Flugzeugträger "USS Washington" und sieben Begleitschiffe ein. An Bord sind mehr als 5500 Soldaten sowie über 80 Flugzeuge und 20 Helikopter. Die Soldaten unterstützen nun die US-Truppe, die bereits am Flughafen der weitgehend zerstörten 220.000-Einwohner-Stadt Tacloban mit "Black Hawk"-Hubschraubern im Einsatz ist. Die "Black Hawk" transportieren pausenlos Care-Pakete für die Notleidenden der Insel Leyte.

Der Sprecher der deutschen Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany, Mark Rösen, erklärte in Tacloban: "Hier landen jetzt Hubschrauber im Minutentakt, die Hilfspakete rausfliegen." Im Hafen legte das Frachtschiff "USNS Charles Drew" mit 7000 Litern Trinkwasser und Nahrungsmitteln an. Die USA sprachen vom wohl größten humanitären Einsatz ihrer Armee aller Zeiten.

THW auf Cebu

Das Technische Hilfswerk (THW) aus Deutschland erreichte nach eigenen Angaben mit zwei Trinkwassseraufbereitungsanlagen die Insel Cebu, die wie Leyte vom Jahrhundertsturm schwerstens verwüstet wurde. An diesem Freitag sollen sie in den Norden transportiert werden. Mit den Anlagen können täglich 36.000 Menschen mit frischem Wasser versorgt werden. Die Hilfsorganisationen arbeiten ebenfalls im Akkord, um Nahrung und auch Hygieneartikel wie Seife oder Desinfektionsmittel zu den Überlebenden zu bringen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die Weltgemeinschaft eindringlich zu weiterer Hilfe auf. "Es herrscht furchtbare Verwüstung, und die Menschen suchen verzweifelt nach Essen, Wasser, Schutz, Proviant und Informationen über diejenigen, die ihnen lieb sind", sagte Ban. "Die internationale Gemeinschaft muss das philippinische Volk jetzt unterstützen. Es beweist großen Mut und Durchhaltefähigkeit, aber es braucht unsere Hilfe, es braucht sie jetzt und es braucht sie schnell."

se/kle (rtr, dpa, ape)

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