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Top-Thema – Podcast

Wettlauf gegen die Wüste

Jedes Jahr gehen in Ländern wie Niger riesige landwirtschaftliche Flächen verloren. Es ist ein Prozess, der nicht zu stoppen scheint. Doch der Kampf gegen die Wüste lohnt sich, denn schuld ist nicht nur der Klimawandel.

Ein Mann mit Schirm läuft über ausgetrocknetem Boden und zieht eine Kuh hinter sich her

Besonders in Afrika und Asien wird die Wüste immer größer

In Saya, einem kleinen Dorf im Norden des Niger, brennt die Sonne vom blauen Himmel, und das schon um neun Uhr morgens. Drei Frauen bereiten die Hirse für das Mittagessen vor. In kleinen Gärten bauen sie Kartoffeln, Tomaten und Zwiebeln an. Aber der Boden ist zu trocken, hier kann nichts richtig wachsen, sagen sie, überall Sand!

Was im Niger passiert, nennen die Wissenschaftler "Degradation": Es ist so trocken, dass der Wind den fruchtbaren Boden einfach wegweht. Übrig bleibt nur noch eine Mondlandschaft, in der nicht einmal mehr Unkraut wächst. Das Gras wurde von den Viehherden gefressen. Und auch Bäume, die den Boden schützen könnten, gibt es nicht mehr: Das Holz diente den Bauern als Brennmaterial. Jahrzehntelang wurden so ganze Wälder vernichtet.

Für Attaou Laminou, Chef der Nationalen Umweltbehörde im Niger, ist die Sache klar: "Der Mensch macht die Wüste! Es sind die falschen landwirtschaftlichen Methoden, die zu dieser immensen Degradation der Böden führen", sagt er. Das Ganze wird noch verstärkt durch Klimawandel und Bevölkerungswachstum. Jedes Jahr gehen im Niger 55.000 Hektar Ackerland verloren. Laminou fordert, diese Regionen mit schnell wachsenden Akazien aufzuforsten.

In dem Dorf Kokorou schaut ein Bauer dem Traktor nach, der lange Furchen durch den harten Boden zieht. Hier sollen bald Bäume und Sträucher gepflanzt werden, um die Wüstenbildung aufzuhalten. "Kleine Schritte, große Wirkung", meint der Agrarexperte Omar Issa. Denn auch toter Boden kann wieder fruchtbar werden. "An manchen Stellen sieht man schon wieder das erste Grün", sagt er. Issa zeigt auf einen kleinen Hügel, dessen Felder verloren waren: "Jetzt hoffen wir, dass wir dort bald wieder etwas anbauen können."

Glossar

Wettlauf, der – der Versuch, schneller zu sein als etwas oder jemand

Wüste, die – ein Gebiet mit viel Sand oder Steinen, in dem es fast nie regnet und nur sehr wenige Pflanzen wachsen

riesig – sehr groß

Hirse, die – eine Getreideart

etwas anbauen – etwas pflanzen, um es später zu ernten

fruchtbar – hier: so, dass Pflanzen gut wachsen können

der Wind weht etwas weg – der Wind bewegt etwas an eine andere Stelle

Mondlandschaft, die – hier: eine Landschaft, in der sich keine Pflanzen befinden

Viehherde, die – eine Gruppe von Tieren, die für die Landwirtschaft genutzt werden (z. B. Kühe)

immens – sehr groß

Hektar, der (auch: das) – eine Fläche von 10.000 m²

Ackerland, das – das Land, auf das ein Bauer etwas (z. B. Getreide) pflanzt

Akazie, die – ein Baum, der in warmen Ländern wächst

etwas aufforsten – so viele Bäume pflanzen, dass wieder ein Wald entsteht

Traktor, der – ein Fahrzeug in der Landwirtschaft, um Geräte oder Maschinen zu ziehen

Furche, die – hier: langer Graben im Boden, um etwas zu pflanzen

etwas aufhalten – etwas stoppen

Schritt, der – hier: eine Handlung mit einem bestimmten Ziel

Agrar- – auf die Landwirtschaft bezogen

Fragen zum Text

1. Was ist keine Ursache für Degradation?

a) falsche landwirtschaftliche Methoden

b) große Trockenheit

c) eine zu geringe Einwohnerzahl

2. Im Kampf gegen die Wüste möchte Attaou Laminou vor allem …

a) möglichst viele Bäume pflanzen.

b) mehr Wasser verteilen.

c) die Zahl der Kühe verkleinern.

3. Welche Aussage ist falsch? Der Verlust von Ackerland ist …

a) nicht aufzuhalten.

b) riesig.

c) immens.

4. Die Wüstenbildung ist die Schuld des …

a) Menschs.

b) Menschen.

c) Mensch.

5. Wie könnte die folgende Aussage anders ausgedrückt werden: "Der Hügel, dessen Felder verloren waren, ist grün."

a) Der grüne Hügel der Felder war verloren.

b) Die Felder des grünen Hügels waren verloren.

c) Das Grüne der Felder auf dem Hügel war verloren.

Arbeitsauftrag

Stellen Sie sich vor, Sie wollen einem Bauern im Niger helfen, gegen die Wüstenbildung zu kämpfen. Schreiben Sie ihm, was er machen bzw. nicht machen darf. Benutzen Sie dabei möglichst viele Imperativformen.

Autor: Alexander Göbel/Ingo Pickel

Redaktion: Raphaela Häuser

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