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Asien

Westmeier: "Mein Kung Fu ist sehr schlecht"

Schulmädchen in einer Kung-Fu-Schule: Darüber hat der deutsche Regisseur Inigo Westmeier in China seinen Dokumentarfilm "Drachenmädchen" gedreht. Mit der Deutschen Welle hat er über seine Dreherlebnisse gesprochen.

Regisseur Inigo Westmeier. (Foto: Cinemaids.de)

Regisseur Inigo Westmeier

Deutsche Welle: Herr Westmeier, können Sie jetzt Kung Fu?

Inigo Westmeier: (Lacht!) Sie meinen ein paar Kung Fu-Aktionen? Ein bisschen! Ich habe ganz kurz Kung Fu gelernt, allerdings in Deutschland. Ich würde sagen, mein Kung Fu ist sehr schlecht.

Dafür haben Sie einen erfolgreichen Film über eine Kung Fu-Schule in China gedreht. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Dadurch, dass ich in der Kindheit ein bisschen Kung Fu gemacht habe, habe ich in Deutschland einen jungen Kung-Fu-Schüler aus China kennengelernt. Er hat in der Nähe des Shaolin-Tempels gelernt und konnte ein bisschen an der Wand hochgehen und wieder runtergehen. Als Kameramann dachte ich, das ist ja faszinierend. Dann habe ich mich mit ihm und einem Shaolin-Mönch unterhalten. Sie haben mir von einer Shaolin-Schule nur für Mädchen erzählt. Zuerst dachte ich, dass diese große Schule gar nicht so interessant ist, weil sie so bekannt ist. Dann bin ich aber dahin gefahren und fand sie gerade interessant, eben weil da eine Masse Menschen trainiert.

Wie konnten Sie die Drehgenehmigung für China bekommen?

Wir hatten eine Service-Firma in China beauftragt. Sie hat sich um die Drehgenehmigung gekümmert und dass wir mit der Schule sprechen und dort drehen konnten.

Wurden Sie bei den Dreharbeiten beaufsichtigt?

Es war schon immer jemand dabei, einer vom Staat und einer von der Schule. Sie wollten immer sehen, was ich gemacht habe. Ich habe ihnen alles auf dem Monitor der Kamera gezeigt. Dann haben sie mehr und mehr dem vertraut, was ich dort mache. Sie fanden übrigens die Aufnahmen sehr schön.

Der Film Drachenmädchen wurde in China gedreht. (Foto: Cinemaids.de)

Der Film "Drachenmädchen" wurde in China gedreht

Wie lange haben die Dreharbeiten gedauert?

Ich habe in China vier Wochen im Sommer und eine Woche im Winter gedreht.

Sie haben überall auf der Welt Filme gedreht. Was war das Besondere daran, in China einen Dokumentarfilm zu drehen?

Das Besondere für mich ist nicht das Thema Kung Fu oder die Menschenmassen dort, sondern die Personen, die im Mittelpunkt stehen, das Zwischenmenschliche. Für mich sind die Kinder und ihre Gefühle sehr wichtig.

Mit Ihrer Kamera haben Sie eine chinesische Kung Fu-Schule dokumentiert. Ihr Film wird nun in Deutschland gezeigt. Was wollen Sie dem deutschen Publikum zeigen?

Das Schöne und das Schwierige an dem Dokumentarfilm ist es eigentlich, die Meinung anzuregen und offen zu lassen. Also nicht eine Meinung zu haben und sie mit zwei Stunden Dokumentarfilm zu beweisen, sondern sie offen zu lassen, so dass sich jeder seine Meinung bilden kann.

Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den Kindern?

Ja, das war schon sehr schwierig. Den Kindern musste ich die Fragen mehrmals stellen oder anders stellen. Ich denke, dass es mir doch noch gelungen ist. Ich habe die Fragen sehr gut vorbereitet, auch mit Hilfe einer Kinderpsychologin vorbereitet, zum Beispiel: Was wäre für dich schön, wenn du in einem Märchen wärst?

Regisseur Westmeier bei der Dreharbeit. (Foto: Cinemaids.de)

Regisseur Westmeier bei der Dreharbeit

Was war der schönste Moment für Sie als Regisseur?

Der schönste Moment war eigentlich ein trauriger, als ich nach dem Dreh wieder nach Deutschland fahren musste. Die Kinder sind mir sehr ans Herz gewachsen.

Wird Ihr Film auch in China gezeigt?

Das hoffe ich.

Inigo Westmeier, Jahrgang 1972, ist ein deutscher Regisseur, Produzent und Kameramann. 1994 - 2003 studierte Westmeier an der Filmhochschule in Moskau und an der Filmakademie Baden-Württemberg.

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