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Welt

Westerwelle wirbt in Brasilien für die Euro-Zone

Außenminister Westerwelle ist zum dritten Mal in seiner Amtszeit in Lateinamerika, zum zweiten Mal in Brasilien. Er will Türöffner für die deutsche Wirtschaft sein und muss zugleich die Schuldenkrise in Europa erklären.

"Brasilien ist für uns ein Partner ersten Ranges", sagte Westerwelle am Montag nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Antonio Patriota in Brasília, der ersten Station seiner Reise durch vier Länder. "An Brasilien führt kein Weg mehr vorbei." Er lobte Brasilien als das "Kraftzentrum Südamerikas" und wichtigen Partner bei der Gestaltung der Globalisierung. Die Erfolgsgeschichte der inzwischen sechstgrößten Volkswirtschaft sei "atemberaubend" und beeindruckend.

Deutschland entschlossen, "die Euro-Zone zusammen zu halten"

Auf die Schuldenkrise in Europa angesprochen, sagte Westerwelle: "Wir haben eine große Entschlossenheit in Deutschland und der Europäischen Union, dass die Euro-Zone zusammenbleibt. Für uns ist Europa und die gemeinsame Währung mehr als ein fiskalisches Projekt. Wir setzen darauf, dass alle in der EU an Bord bleiben, alle in der EU ihren Beitrag dazu leisten, dass Europa zu einer Stabilitätsunion weiterentwickelt wird." Deutschland zeige eine vorbildliche Solidarität in Europa.

Brasilien will EU-Mercosur-Freihandelskommen vorantreiben

Sowohl der deutsche als auch der brasilianische Außenminister sprachen sich für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur aus. Westerwelle zähle auf die brasilianische Mercosur-Präsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte, um Fortschritte zu erzielen, sagte er bei einer Pressekonferenz. Verhandlungen über das Abkommen scheiterten bislang an Fragen im Agrarsektor - Südamerika kritisiert insbesondere die europäischen Agrarsubventionen. Brasiliens Außenminister Patriota versprach, dass sein Land während der Mercosur-Präsidentschaft sein Augenmerk auf das Gemeinschaftsprojekt richten werden.

Patriota erinnerte auch an die gemeinsamen Bemühungen für die UN-Reform und dankte Deutschland für die Bereitschaft, beim Wissenschaftsaustausch zu kooperieren. Er verwies darauf, dass Präsidentin Dilma Rousseff im März zu Eröffnung der CeBit-Messe nach Deutschland reist.

Weitere Stationen: Peru, Panama, Mexiko

Westerwelle bleibt insgesamt drei Tage in Brasilien. Am Dienstag will Westerwelle in São Paulo das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus eröffnen. Es ist weltweit die sechste Einrichtung dieser Art, die als Vertretung deutscher Hochschulen und Stiftungen im Ausland fungiert. Auch das Deutschlandjahr in Brasilien 2013/2014 soll dann vorgestellt werden. Am Mittwoch besucht der Bundesaußenminister Rio. Weitere Stationen seiner Reise sind Peru, Panama und Mexiko. Dort nimmt Westerwelle am Wochenende am ersten Außenministertreffen der führenden Wirtschaftsnationen (G20-Gruppe) in Los Cabos teil.

je/li (dpa, afp)

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