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Deutschlehrer-Info

Westerwelle und Fabius: Fremdsprachen lernen für die Zukunft

Außenminister Westerwelle und sein französischer Kollege Fabius haben Jugendliche beider Länder aufgerufen, die Sprache des jeweiligen Nachbarn zu lernen. Eine aktuelle Umfrage bestätigt den Bedarf auf beiden Seiten.

Die Deutschen sollten noch eine zweite Sprache neben dem Englischen lernen, die französische Sprache sei „weltberühmt für ihren wunderbaren Klang“, so der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am 5. September in Bonn anlässlich des 50. Jahrestags des historischen Deutschland-Besuchs von Frankreichs damaligem Staatschef Charles de Gaulle.

Westerwelle ging mit gutem Beispiel voran und begrüßte seinen französischen Amtskollegen Laurent Fabius mit einigen französischen Sätzen – und fügte ein „Pardonnez mon français“ (Entschuldigen Sie mein Französisch) an. Er selbst spreche mit Fabius auf Englisch, weil sein Französisch nicht gut genug und das Deutsch seines Kollegen „ausbaufähig“ sei, bedauerte Westerwelle.

Fabius räumte ein, in der Beherrschung der deutschen Sprache sei er „eine Null“. Er habe sich früher für ein Mädchen interessiert, das Deutsch lernte: „Um ihr nah zu sein, ging auch ich ins Goethe-Institut, aber nur für eine Stunde.“ Das Einzige, was er dort gelernt habe: „Ich möchte ein Brot und fünf Brötchen. Das Frühstück ist fertig.“ Junge Franzosen sollten es künftig besser können, sagte der französische Außenminister: „Die Franzosen müssen sich öffnen und Deutsch lernen, und die Deutschen müssen mit Blick auf die Zukunft mehr Französisch lernen."

Wie aus einer von der Zeitschrift „ParisBerlin“ und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk in Auftrag gegebenen Studie des Instituts SEPREM aus Paris hervorgeht, sprechen immerhin fast 55 Prozent der befragten jungen Deutschen zumindest ein bisschen Französisch. Bei den französischen Altersgenossen haben mit etwas mehr als 27 Prozent nur rund halb so viele Befragte Kenntnisse in der Sprache des Nachbarlands.

Aus der Umfrage unter 1500 Menschen zwischen 15 und 34 Jahren geht hervor, dass die bessere berufliche Perspektiven für ein gutes Drittel auf beiden Seiten der Hauptgrund ist, die jeweils andere Sprache zu erlernen . Interesse an der französischen Sprache haben der Umfrage zufolge 36 Prozent der Deutschen, in Frankreich interessieren sich nur 14 Prozent für das Deutsche.

Junge Menschen in Frankreich verbinden mit Deutschland vor allem ein Wirtschaftsmodell und die europäischen Konflikte des 20. Jahrhunderts. Der jungen Generation in Deutschland fallen hingegen vornehmlich die Begriffe Lebenskunst und Tourismus ein, wenn sie an die französischen Nachbarn denken. Nach wie vor ist das Interesse junger Deutscher an Frankreich größer als umgekehrt. Nur 36 Prozent der Befragten in Frankreich gaben an, Deutschland „eher gut“ zu kennen. In Deutschland schätzten immerhin 49 Prozent der Befragten ihre Kenntnis über das Nachbarland als gut ein.

rh/ip (afp)