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Aktuell Asien

Westerwelle eröffnet Generalkonsulat

Bundesaußenminister Guido Westerwelle ist zu Besuch in Afghanistan. In Masar-i-Scharif weiht er ein neues Generalkonsulat ein als Zeichen dafür, dass Deutschland in den nächsten Jahren weiter helfen will.

An der Eröffnung nahmen auch der Gouverneur der Provinz Balkh, Atta Mohammed Noor, und der stellvertretende Außenminister Afghanistans, Abdul H. Haider (im Artikelbild in der Mitte und rechts), teil. Es ist die erste diplomatische Vertretung eines europäischen Staates in der Stadt. Das deutsche Generalkonsulat solle den Afghanen zeigen, dass Deutschland auch nach dem Abzug der Kampftruppen der Bundeswehr im Jahr 2014 an "verlässlichen, dauerhaften und nachhaltigen" Beziehungen zu Afghanistan interessiert sei, sagte Westerwelle.

In der Nähe der Provinzhauptstadt befindet sich Camp Marmal, das größte Feldlager der Bundeswehr außerhalb Deutschlands. Dort will sich der FDP-Politiker in Gesprächen mit deutschen Soldaten über die Stimmung vor Ort informieren. Dabei soll es auch um die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit den afghanischen Streitkräften gehen, an denen es von westlicher Seite immer wieder Kritik gibt.

Positive Wirtschaftentwicklung im deutschen Einzugsbereich

Westerwelle wollte sich zudem über die Umsetzung des geplanten Truppenabzugs bis Ende kommenden Jahres informieren. Derzeit sind noch mehr als 4200 Bundeswehr-Angehörige in Afghanistan stationiert. Bis zu 800 von ihnen sollen auch nach 2014 als Berater und Ausbilder der afghanischen Armee im Lande bleiben.

Der Außenminister nahm außerdem an der Einweihung des neuen Zivilflughafens in Masar-i-Scharif teil, dessen Bau die Bundesrepublik mit knapp 50 Millionen Euro unterstützt. Die Investoren erhoffen sich von dem internationalen Flughafen positive Impulse für die Wirtschaft im Norden Afghanistans. Die Sicherheitslage in der Stadt ist stabiler als in anderen Teilen des Landes. Masar-i-Scharif erlebt derzeit einen wirtschaftlichen Aufschwung, neue Fabriken entstehen und der Handel boomt.

Politische Gespräche in Islamabad und Kabul

Westerwelle kam aus Pakistan, wo er in Islamabad mit den neuen Ministerpräsidenten Nawaz Sharif zusammengetroffen war. Beide Seiten vereinbarten einen Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Dazu soll auch die Gründung einer deutsch-pakistanischen Handelskammer beitragen.

Video ansehen 01:20

Westerwelle in Afghanistan und Pakistan

Auch auf dem Gebiet der regionalen Politik wollen beide Länder enger zusammenarbeiten. Deutschland und seine Partner schreiben Pakistan eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung Afghanistans zu. Armee und Geheimdienste des Landes sehen sich allerdings seit Jahren mit dem Vorwurf konfrontiert, mit den radikal-islamischen Taliban gemeinsame Sache zu machen, während sich die pakistanische Regierung als Verbündeter des Westens gibt.

Zuvor hatte Westerwelle Station in der afghanischen Hauptstadt Kabul gemacht. Bei einem Treffen mit Präsident Hamid Karsai hatte er Fortschritte bei der Demokratisierung des Landes und bei der Bekämpfung der Korruption eingefordert.

gmf/pg/haz (dpa, afp)

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