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Welt

Westen verstärkt Druck auf Ölexporteur Iran

Mit scharfen Sanktionen will der Westen Irans wichtigste Einnahmequelle austrocknen und sucht weitere Verbündete dafür. Nachdem China und Russland keine Unterstützung zugesagt haben, macht Japan eine Versprechung.

Japan will die Sanktionen des Westens gegen den Iran unterstützen. Das teilte der japanische Finanzminister Jun Azumi in Tokio mit. Nach dem Treffen mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen Timothy Geithner versprach Azumi, die aus dem Iran importierte Ölmenge weiter abzusenken. Bereits in den letzten fünf Jahren hat das Land seine Ölimporte um 40 Prozent reduziert. Heute bezieht Japan rund zehn Prozent seiner gesamten Ölimporte aus der islamischen Republik. Allerdings ist Japan auf das importierte Erdöl immer noch angewiesen, um den eigenen Energiebedarf zu decken. Denn nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima produzieren nur sechs der 54 japanischen Atommeiler regelmäßig Strom.

Neue Sanktionen, neue Gesetze

Die iranische Atomanreicherungsanlage Natans (Foto: dpa)

Die iranische Atomanreicherungsanlage Natans

Der Westen hat die Sanktionen gegen den Iran verschärft, weil er vermutet, dass der Iran Atomwaffen entwickelt. Dafür würde in den iranischen Atomanlagen Uran angereichert, das für Atomsprengköpfe benötigt wird. Die Regierung in Teheran bestreitet das. Nach iranischen Angaben wird das angereicherte Uran lediglich zur Energiegewinnung und in der Medizin genutzt.

Zu den Sanktionen, die unter anderen von den USA vorangetrieben werden, gehört auch ein neues Gesetz, das Präsident Barack Obama vor wenigen Tagen unterzeichnete. Es sieht hohe Strafen für Banken vor, die Geschäfte mit der iranischen Notenbank machen, und erschwert die Bezahlung von iranischem Erdöl. Bezüglich letzterem hofft die japanische Regierung, dass die USA eine Ausnahme macht, wenn Japan weniger Erdöl aus dem Iran importiert.

Die EU will ein Embargo für iranisches Erdöl einführen. Die Entscheidung soll am 23. Januar getroffen werden.

Teheran droht weiter

Der Iran reagierte darauf mit einer Machtdemonstration. Die Regierung in Teheran drohte unlängst, die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer zu sperren. Diese Seestraße, die so genannte Straße von Hormus, ist eine wichtige Schifffahrtsstraße, die neben dem Iran auch der Irak, Bahrain, Kuwait, Katar und Saudi-Arabien zum Öltransport nutzen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben schon angekündigt, bis Juni 2012 eine neue Pipeline zu eröffnen, die den Export von Öl über eine andere Route sichern soll. Die USA verlegte unterdessen zwei Flugzeugsträger in das Arabische Meer. Das US-Militär teilte jedoch mit, diese Routinemaßnahme habe keinen Zusammenhang mit dem eskalierenden Konflikt.

Die Lage spitzt sich zu

Tatort (Foto: dapd)

Das Auto des iranischen Atomforschers

Diese jüngsten Vorfälle sind nicht die letzten, die das Verhältnis zwischen dem Westen und dem Iran belasten: Teheran nahm letztes Wochenende eine unterirdische Urananreicherungsanlage in Betrieb. Außerdem wurde ein US-Bürger wegen Spionage zum Tode verurteilt. Zuletzt ist am Mittwoch ein Atomforscher in Teheran bei einem Bombenanschlag getötet worden. Er ist bereits der vierte Wissenschaftler, der innerhalb von zwei Jahren bei einem Anschlag ums Leben kam. Der Iran macht die USA, Israel und Großbritannien für diese Anschläge verantwortlich.

Autor: Mariya Ruettinger (dpa, reuters, afp)
Redaktion: Sabine Faber

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