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Wissen & Umwelt

Wespe soll Spinnen bekämpfen

"Rotrückenmörder". So nennt man auch die Captain Cook's Wespe. Zu Recht: Denn die Wespe lähmt die Rotrückenspinne und frisst sie bei lebendigem Leib. Diese Mordlust wollen Wissenschaftler sich zu Nutze machen.

Eine Wegwespe trägt eine Spinne in ihr Nest. (Quelle: Tony Wills)

Die Wespe: Ein natürlicher Fressfeind der Spinne.

Ein Zentimeter ist sie groß - und mehr als einen schmerzenden Stich kann die Captain Cook's Wespe einem Menschen nicht anhaben. Doch für bestimmte Tiere ist das gestreifte Insekt ein mörderischer Feind. Seit kurzem weiß man: Gegenüber der gefährlichen Rotrückenspinne kennt die Wespe keine Gnade. Zunächst lähmt die Wespe ihr Opfer mit einem Stich. Dann legt sie ein Ei auf der Spinne ab. Sobald die Larve geschlüpft ist, frisst die Wespe sich regelrecht durch die Spinne durch - bei lebendigem Leib. "Die Wespe verzehrt zunächst die Teile, die nicht tödlich sind, damit ihre Beute so lange wie möglich frisch bleibt", erklärt der Stuttgarter Insektenforscher Lars Krogmann.

Mitleid mit dem Opfer? Das ist bei der Rotrückenspinne kaum angebracht. Denn die in Australien weit verbreitete Spinnenart ist für den Menschen hochgefährlich. Ein Biss kann tödlich sein. Schon lange war die Wissenschaft auf der Suche nach Möglichkeiten, die gefährliche Spinnenart zu bekämpfen. Natürliche Feinde waren nicht bekannt. Umso bedeutsamer ist die Entdeckung des Wespen-Experten Lars Krogmann: Seine Captain Cook's Wespe könnte der Rotrückenspinne in Zukunft ganz gezielt auf den Leib rücken.

Die Entdeckung verdankt der 36-jährige Wissenschaftler übrigens einem Zufall: Beim Durchschauen einer alten Wespensammlung entdeckte Krogmann ein Wespen-Exemplar, dass mit "Redback-Killer" beschriftet war. Der Praxistest zeigte: Tatsächlich wird die Captain Cook's Wespe beim Aufeinandertreffen mit der Rotrückenspinne zu einem echten "Killer".