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Wirtschaft

Werksverkäufe bei EADS?

Beim Flugzeugbauer Airbus sollen Stellenstreichungen und Werksverkäufe bereits beschlossene Sache sein. Dies meldet eine Zeitung unter Berufung auf EADS-Co-Chef Tom Enders.

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Airbus im Regen?

Airbus werde auf Werke verzichten, soll EADS-Co-Chef Tom Enders nach Angaben der Oldenburger "Nordwest Zeitung" bei einem parlamentarischen Abend in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin gesagt haben. Airbus-Mutterkonzern EADS erklärte hingegen, Enders habe Aussagen zu Stellenstreichungen und Werksverkäufen als Spekulationen zurückgewiesen und lediglich von "harten Einschnitten" gesprochen.

Laut "Nordwest Zeitung" sagte der EADS-Co-Vorsitzende, langfristig werde man nur noch solche Airbus-Werke behalten, in denen die Endfertigung stattfinde oder in denen Teilkomponenten wie der Rumpf, das Leitwerk, die Tragflächen oder das Cockpit hergestellt würden. Eigene Werke zur Teilefertigung würden abgegeben, personelle Überkapazitäten müssten abgebaut werden. Enders sprach demnach von mindestens 10.000 Beschäftigten im gesamten Airbus-Konzern, wobei noch über das Verhältnis zwischen Festangestellten und Zeitarbeitern beraten werden müsse.

EADS: Reine Spekulationen

"Niemand in Deutschland wird glücklich darüber sein, was beschlossen wird", zitiert die Zeitung den EADS-Manager. Aber er erwarte, dass in allen Airbus-Ländern "alle gleich unglücklich sein werden". Es werde harte Einschnitte geben, da das Sanierungsprogramm Power-8 neben der Kostenreduzierung das Hauptziel habe, Airbus für die Zukunft wettbewerbsfähig zu halten. Befürchtungen, die deutschen Standorte würden benachteiligt, versuchte Enders vor rund 300 Gästen, darunter Abgeordnete und Vertreter der Luftfahrtbranche, dem Bericht zufolge zu entkräften. "Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch keine Entscheidungen", wurde Enders wiedergegeben.

EADS bestätigte, dass Enders "harte Einschnitte" angekündigt habe. Er habe auch gesagt, er stehe dafür, dass diese Einschnitte ausgewogen erfolgten, sagte EADS-Sprecher Michael Hauger auf AP-Anfrage. Enders habe in Berlin jedoch betont, dass es sich bei kursierenden Gerüchten zu Stellenabbau und Werksverkäufen um reine Spekulationen handle. Derzeit befasse sich das Management von Airbus mit dem Sparprogramm Power-8, das es anschließend den EADS-Vorstandsvorsitzenden Enders und Louis Gallois vorstellen werde. Dann entscheide der Aufsichtsrat. "Alles, was Sie vorher hören, fällt in den Bereich der Spekulationen", sagte Hauger.

Betriebsrat befürchtet massiven Stellenabbau

Allerdings mehren sich schon jetzt Berichte, wonach mit massivem Stellenabbau und der Schließung ganzer Werke zu rechnen ist. Laut Betriebsrat könnten zwischen 5000 und 8000 der insgesamt 23.000 Arbeitsplätze bei Airbus Deutschland einem Stellenabbau zum Opfer fallen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos appellierte an die EADS-Unternehmensführung, notwendige Anpassungsmaßnahmen nicht einseitig zu Lasten deutscher Standorte vorzunehmen.

Airbus ist durch die Verzögerungen beim Superjumbo A380 in schwere Turbulenzen geraten. Zudem sind die Europäer im Wettrennen der beiden weltgrößten Flugzeugbauer um Kundenaufträge im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 2000 hinter den US-Konkurrenten Boeing zurückgefallen. (wga)

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