1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Europa

Werftarbeiter stürmen Ministerium

Protestierende Werftarbeiter sind in Athen in den Hof des Verteidigungsministeriums eingedrungen. Sie fordern die Auszahlung ausstehender Löhne.

Die Wut war groß: "Wir hungern. Wir haben seit sechs Monaten kein Geld mehr bekommen. Wir verelenden", skandierten die etwa 250 Schiffbauer. Bei ihrem Sturm zerstörten die Werftarbeiter die Absperrungen am Eingang des Gebäudes, wie griechische Fernsehbilder zeigen. Sie verlangten ein Treffen mit dem Verteidigungsminister. Der aber ließ sich nicht blicken. Generalstabchef Mihail Kostarakos, der mit den aufgebrachten Arbeitern reden wollte, wurde ausgebuht und niedergeschrien.

Die Polizei war schnell vor Ort und versuchte die Demonstranten vom Geländer zu vertreiben. Dabei kam es zu Handgemengen, mindestens einer der Arbeiter wurde verletzt.

Die Schiffbauer arbeiten in der Werft Hellenic Skaramangas, die vor allem für die Streitkräfte tätig ist. Wegen der dramatischen Finanzkrise und der drastischen Haushaltskürzungen vergibt der Staat aber keine Aufträge mehr und zahlt offenbar auch seine Rechnungen nicht mehr.

Griechen brauchen "nicht mehr Geld, sondern mehr Zeit"

Unterdessen kündigte Griechenlands Finanzminister Yannis Stournaras an, beim Treffen der EU-Finanzminister über mehr Zeit für Reformen in Griechenland zu verhandeln. Die Regierung sei mit ihrem Haushalt für das laufende Jahr auf dem richtigen Weg, sagte er der "Bild"-Zeitung. Griechenland brauche nicht mehr Geld, sondern mehr Zeit.

Den Bericht der sogenannten Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds über Reformfortschritte in seinem Land erwartet der Minister bis Mitte Oktober. Es sei überzeugt, dass Griechenland dann frisches Geld aus dem letzten Hilfspaket erhalte. Für die Auszahlung dss Geldes ist der Bericht ausschlaggebend.

gmf/SC (afp, dapd, dpa, rtr)