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Fußball

Werders erster Schritt zum Double?

Seit 1992 hat Werder Bremen keinen internationalen Titel mehr gewonnen. Nun soll gegen den ukrainischen Club Schachtjor Donezk der UEFA-Cup geholt werden.

Die Finalisten: Werder Bremen und Schachtjor Donezk

Die Finalisten: Werder Bremen und Schachtjor Donezk

Bremens Mittelfeldstar Diego

Superstar Diego ist in Istanbul nur Zuschauer

In der Bundesliga ist es für Werder Bremen schlecht gelaufen: Der Vize-Meister von 2008 ist auf den 10. Platz abgestürzt. Dennoch können die Hanseaten die Saison noch mit einem Double krönen. Gegner im DFB-Pokal-Finale am 30. Mai ist Bayer Leverkusen. Der Höhepunkt steht aber bereits am Mittwoch an: Das UEFA-Cup-Endspiel gegen Schachtjor Donezk aus der Ukraine. Sportdirektor Klaus Allofs sieht jedoch ein großes Manko und spricht von einer "Katastrophe für die Mannschaft", ist doch Superstar Diego wegen seiner umstrittenen dritten Gelben Karte aus dem Halbfinale gegen den Hamburger SV gesperrt. Ungeachtet dessen wird Diego seine Teamkollegen an den Bosporus begleiten. Der Bremer Publikumsliebling steht nach drei Jahren an der Weser unmittelbar vor einem Wechsel zu Juventus Turin. Torhüter Tim Wiese bedauert das Fehlen des Brasilianers. "Das ist bitter, er ist natürlich ein wichtiger Spieler für uns. Aber jetzt sind wir schon so weit gekommen, ob mit oder ohne Diego müssen wir das Ding holen."

Neben Diego fehlen weitere Top-Spieler

Tim Wiese (Foto: AP)

Torhüter Wiese zeigte sich zuletzt stark in Form

Wiese hatte mit glänzenden Paraden gegen den HSV großen Anteil am Finaleinzug. Mittlerweile meldete er auch im Rennen um die Nummer eins im Tor der Nationalmannschaft Ansprüche an. Zu Recht, wie ein weiblicher Fan meint: "Mit dem Torhüter kann uns eigentlich gar nichts passieren. Wiese sollte außerdem mal für Deutschland spielen. Bundestrainer Joachim Löw muss da mal seine Augen aufmachen." Allerdings müssen die Bremer auch auf ihren gesperrten portugiesischen Stürmer Hugo Almeida verzichten. Und Nationalspieler Per Mertesacker fehlt wegen einer Verletzung. Der Abwehrchef gibt dennoch die Devise für Istanbul aus: "Mit einem Sieg können wir die Bundesliga total vergessen machen. Wir stehen in zwei Finals, und darauf sind wir tierisch stolz."

Werder seit 1992 ohne internationalen Titel

Mesut Özil, (Foto: dpa)

Özil soll die Fäden im Mittelfeld ziehen

Bremens einziger internationaler Titel liegt bereits 17 Jahre zurück. 1992 hatte Werder in Lissabon mit dem 2:0 gegen AS Monaco den Europapokal der Pokalsieger gewonnen. An dem Erfolg waren Trainer Thomas Schaaf und Sportdirektor Allofs noch als Spieler beteiligt. Eine Schlüsselrolle fällt jetzt Stürmer Claudio Pizarro zu, der mit dem FC Bayern schon drei Meister-Trophäen, dreimal den DFB-Pokal und einmal den Weltpokal gewann. Ihn reizt der Coup: "Diesen Pokal habe ich noch nicht", sagte der Peruaner. Ihn soll der gebürtige Türke Mesut Özil mit Vorlagen versorgen. Für den deutschen Jung-Nationalspieler erfüllt sich schon mit 20 Jahren ein Traum: "Ich bin Fan von Fenerbahce Istanbul und wollte schon immer einmal in diesem Stadion spielen."

Donezk mit vielen internationalen Stars

Der Brasilianer Fernandinho von Schachtjor Donezk (Foto: AP)

Donezk-Star Fernandinho

Während die Bremer ihre Generalprobe mit dem 1:3 in der Bundesliga gegen den Karlsruher SC verpatzten, zeigten sich die Ukrainer am Wochenende in guter Form. Der Liga-Zweite setzte sich bei Zorja Lugansk mit 3:0 durch. Bremens Gegner wird von Multimillionär Rinat Achmetow gesponsert. Stars wie der kroatische Kapitän Dario Srna oder die Brasilianer Jadson und Fernandinho konnten so in das Donbass-Becken an der Grenze zu Russland gelockt werden. Donezk wird vom Rumänen Mircea Lucescu trainiert und hatte im UEFA-Cup-Halbfinale Landesmeister Dynamo Kiew bezwungen. Das UEFA-Cup-Endspiel wird übrigens zum letzten Mal ausgetragen. Der Wettbewerb wird zur neuen Saison von der Europa League abgelöst.

DW-Radio überträgt das Finale zwischen Werder Bremen und Schachtjor Donezk am Mittwoch live ab 20.45 Uhr MESZ.

Autor: Arnulf Boettcher

Redaktion: Joachim Falkenhagen

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